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Stand der Technik
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein Fahrerassistenzsystem zur Ausführung eines Parkvorgangs mittels einer Fernsteuerung.
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Bei Verfahren zur Unterstützung eines Parkvorgangs werden mittels eines an einem Fahrzeug angeordneten Sensorsystems Umgebungen des Fahrzeugs erfasst und die erfassten Umgebungen auf das Vorhandensein von Hindernissen und Parkraumbegrenzungselementen ausgewertet. In Abhängigkeit einer aktuellen Position des Fahrzeugs und einer Zielposition werden entweder einem Fahrer des Fahrzeugs und/oder einem System zur Steuerung des Fahrzeugs Lenkhinweise übermittelt, um ein unterstütztes, ein halbautomatisches oder sogar ein vollautomatisches Fahren des Fahrzeugs von der aktuellen Position auf die Zielposition zu realisieren.
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Bisherige Assistenten zum Parken sind für Parkplätze gedacht, in denen der Fahrer noch im Fahrzeug sitzt. Da die Fahrzeuge immer breiter werden und die Garagen aber nicht mehr Platz haben, sind Parkassistenten entwickelt worden, die eine Fernsteuerung des Fahrzeugs auf die Zielposition ermöglichen. Um auch weiterhin gut ein-/aussteigen zu können, steigt der Fahrer vor der Garage aus und lässt das Fahrzeug beispielsweise per Funksender in die Garage fahren. Dabei hat der Fahrer außerhalb des Fahrzeugs die Möglichkeit, mit einer Funkverbindung das Fahrzeug langsam vorwärts bzw. rückwärts zu bewegen.
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Aus der
WO 2010/006981 A1 ist ein derartiges Verfahren bekannt, bei dem ein Fahrzeug automatisch in eine Garage eingeparkt wird, wobei sich der Fahrer außerhalb des Fahrzeugs befinden kann. Hierbei wird der Parkvorgang auf einer Anzeige eines mobilen Gerätes dargestellt, so dass der Fahrer über die Anzeigeeinheit auf dem mobilen Gerät den Parkvorgang steuern und beobachten kann.
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Die
DE 198 17 142 A1 zeigt eine Einparkhilfe für Kraftfahrzeuge, bei denen das Fahrzeug selbsttätig eingeparkt wird, wobei sich der Fahrer außerhalb des Fahrzeugs befinden kann. Der Einparkvorgang wird über eine Fernsteuerung gestartet, welche beispielsweise in einem Fahrzeugschlüssel integriert ist.
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Die
DE 10 2009 043 589 A1 zeigt ein Verfahren zur Reichweitenbegrenzung von ferngesteuerten Fahrerassistenzsystemen, wobei das Fahrerassistenzsystem zum Beispiel zum automatischen Einparkten genutzt wird. Bei Überschreitung eines vorgegebenen maximalen Abstands zwischen Fernsteuerung und Empfänger wird das Fahrmanöver abgebrochen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und ein Fahrerassistenzsystem anzugeben, welches einen Parkvorgang eines Fahrzeugs auf eine Parkfläche in einer Garage mittels einer Fernsteuerung ermöglicht. Dabei soll die Sicherheit des Fahrers, der Insassen und des Fahrzeugs gewährleistet sein.
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Offenbarung der Erfindung
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Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch ein Fahrerassistenzsystem mit den Merkmalen des Anspruchs 9. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
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Dabei ist ein Verfahren zur Ausführung eines Parkvorgangs eines Fahrzeugs mittels einer Fernsteuerung vorgesehen, durch welche eine Längs- und/oder Querregelung des Fahrzeugs erfolgen kann und wobei die Ausführung des Parkvorgangs über die Fernsteuerung aktivierbar ist. In dem Moment der Aktivierung der Ausführung des Parkvorgangs werden Ausschlusskriterien überprüft und bei einem positiven Ergebnis mindestens eines Ausschlusskriteriums wird kein Parkvorgang ausgeführt. Das bedeutet, dass der Parkvorgang nicht mit der Fernsteuerung gestartet werden kann und keine halbautomatische oder automatische Navigation des Fahrzeugs auf die Zielposition erfolgt.
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Vorteilhaft kann das Verfahren bei einem Einparkvorgang in Parklücken, in Parkhäusern oder auch im Servicebereich, beispielsweise bei einem Hotelservice, der ein Vorfahren des Fahrzeugs anbietet, angewendet werden. Auch ein automatisches Positionieren über einer Ladeinfrastruktur für induktive Ladesysteme kann damit realisiert werden, bei welchem beispielsweise eine Fahrzeug- und eine Bodenspule übereinander ausgerichtet werden müssen. Über die Fernbedienung kann ein punktgenaues Positionieren erreicht werden.
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Die Ausschlusskriterien können umfassen, ob sich eine Person im Fahrzeug befindet. Wenn sich eine Person im Fahrzeug befindet, wird kein Parkvorgang ausgeführt. Somit kann das Verfahren besonders vorteilhaft seine Anwendung in Situationen finden, in welchen der Fahrer bzw. ein Insasse des Fahrzeugs aus Platzmangel nicht aussteigen kann, insbesondere in sehr engen Garagen oder beispielsweise in Parkhäusern mit eng bemessenen automatisieren Fahrzeugaufzügen.
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Die Ausschlusskriterien können alternativ dazu oder zusätzlich umfassen, ob das Fahrzeug abgeschlossen ist. Wenn das Fahrzeug abgeschlossen ist, wird kein Parkvorgang ausgeführt. Hierdurch wird ein nicht autorisierter Zugriff von Personen auf das Fahrzeug verhindert, die keinen Schlüssel zum Fahrzeug besitzen. Somit kann das kann das Verfahren besonders vorteilhaft seine Anwendung finden, wenn die Fernsteuerung eine Funktion eines Smartphones, eines Tablet-PCs, eines PDAs oder eines Handys ist. Hierdurch wird gewährleistet, dass der Benutzer des Smartphones, des Tablet-PCs, des PDAs oder des Handys auch einen Zugang zum Fahrzeug hat.
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Die Ausschlusskriterien können alternativ dazu oder zusätzlich umfassen, ob das Fahrzeug sich auf einer registrierten Straße befindet. Wenn das Fahrzeug sich auf einer registrierten Straße befindet, wird kein Parkvorgang ausgeführt. Das Fahrzeug kann beispielsweise mittels eines Navigationssystems und GPS-Daten feststellen, ob es sich auf einer registrierten Straße befindet oder beispielsweise auf einer Einfahrt. Auf registrierten Straßen ist bevorzugt nicht nur der Parkvorgang ausgeschlossen, sondern generell eine Navigation mit der Fernsteuerung nicht gewünscht. Hierdurch wird verhindert, dass es zu Gefährdungen des Fahrzeugs und weiterer Verkehrsteilnehmer kommt.
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Die Ausschlusskriterien können alternativ dazu oder zusätzlich umfassen, ob ein Hindernis einen Überführungsweg von der aktuellen Position des Fahrzeugs auf die Zielparkposition versperrt. Wenn ein Hindernis den Überführungsweg von der aktuellen Position des Fahrzeugs auf die Zielparkposition versperrt, wird kein Parkvorgang ausgeführt. Ein kollisionsfreier Weg kann dadurch beschrieben sein, dass auf der ermittelten Parkposition und/oder auf dem Überführungsweg kein Verkehrsteilnehmer und kein Hindernis vorhanden sind. Vorhandene Verkehrsteilnehmer und Hindernisse können mithilfe eines Bildsensorsystems und/oder mithilfe eines Ultraschallsystems und/oder mithilfe eines Radarsystems und/oder mithilfe eines Lidarsystems erfasst und im Rahmen eines Fahrerassistenzsystems zur Kollisionsvermeidung erkannt werden. Generell können Daten eines Fahrerassistenzsystems zur Kollisionsvermeidung für die erfindungsgemäße Ausschlussüberprüfung verwendet werden.
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Die Ausschlusskriterien können alternativ dazu oder zusätzlich umfassen, ob die Fernsteuerung zu weit vom Fahrzeug entfernt ist. Wenn die Fernsteuerung zu weit vom Fahrzeug entfernt ist, d. h. außerhalb einer bestimmten Reichweite, beispielsweise 3 m bis 30 m, insbesondere 5 m bis 10 m um das Fahrzeug herum, wird kein Parkvorgang ausgeführt. Die Entfernung kann beispielsweise durch eine Ermittlung einer Signalstärke eines vom Fahrzeug und/oder von der Fernsteuerung abgegebenen Signals bestimmt werden und/oder durch eine Laufzeitmessung eines Signals von der Fernsteuerung zum Fahrzeug und/oder vom Fahrzeug zur Fernsteuerung. Dies ist dahingehend vorteilhaft, dass hierdurch eine Sicherheit geschaffen wird, dass das System nur in einem Bereich angewendet wird, in dem eine verlässliche Signalübertragung zu erwarten ist.
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Nach einer Ausführungsform hält das Fahrzeug an, sobald eine Kommunikationsverbindung zwischen der Fernbedienung und dem Fahrzeug abbricht. Das Abbruchkriterium kann ein Signaltotalausfall sein oder auch ein zu schwaches Signal. Um die Gefahr, die durch ein führerloses Fahrzeug besteht, sehr stark zu begrenzen, ist es nötig, zu gewährleisten, dass das System nur in einem Bereich angewendet wird, in dem eine verlässliche Signalübertragung zu erwarten ist.
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Nach einer Ausführungsform wird ein Signal, insbesondere eine Information über einen Ausschlussgrund aufweisend, an die Fernsteuerung übertragen, wenn ein Ausschlusskriterium erfüllt ist. Bevorzugt ist eine Kommunikation zwischen der Fernbedienung und dem Fahrzeug bidirektional möglich. Das Signal kann ein spezieller Code sein, welcher eigens zu diesem Zweck ausgebildet ist. Das Signal kann außerdem eine Information mit dem Grund umfassen, warum der Parkvorgang ausgeschlossen ist.
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Erfindungsgemäß wird weiterhin ein Computerprogramm vorgeschlagen, gemäß dem eines der hierin beschriebenen Verfahren durchgeführt wird, wenn das Computerprogramm auf einer programmierbaren Computereinrichtung ausgeführt wird. Bei dem Computerprogramm kann es sich beispielsweise um ein Modul zur Implementierung eines Fahrerassistenzsystems oder eines Subsystems hiervon in einem Fahrzeug handeln oder um eine Applikation für Fahrerassistenzfunktionen, welches auf einem Smartphone ausführbar ist. Das Computerprogramm kann auf einem maschinenlesbaren Speichermedium gespeichert werden, etwa auf einem permanenten oder wiederbeschreibbaren Speichermedium oder in Zuordnung zu einer Computereinrichtung oder auf einer entfernbaren CD-ROM, DVD oder einem USB-Stick. Zusätzlich oder alternativ kann das Computerprogramm auf einer Computereinrichtung wie etwa einem Server zum Herunterladen bereitgestellt werden, z. B. ein Datennetzwerk wie etwa das Internet oder eine Kommunikationsverbindung wie etwa eine Telefonleitung oder eine drahtlose Verbindung.
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Erfindungsgemäß ist außerdem ein Fahrerassistenzsystem insbesondere zur Ausführung eines der beschriebenen Verfahren vorgesehen, aufweisend
- – eine Fernsteuerung mit einer Sendeeinheit und Bedienelementen,
- – eine dem Fahrzeug zugeordnete Empfangseinheit, welche eingerichtet ist, Signale von der Sendeeinheit der Fernsteuerung zu empfangen,
- – eine Komponente zur Überprüfung von Ausschlusskriterien, ob ein Parkvorgang des Fahrzeugs auf eine Zielposition möglich ist,
- – eine Einrichtung zur Erfassung von im Fahrzeug befindlichen Personen und
- – einen Parkassistenten zur Ausführung eines Parkvorgangs, der von der Komponente zur Überprüfung von Ausschlusskriterien gesteuert werden kann.
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Die Fernsteuerung kann insbesondere ein mobiles Gerät sein wie beispielsweise ein Smartphone, ein Tablet-PC, ein PDA, ein Handy oder auch ein Schlüssel zum Schließen des Fahrzeugs. Die Übertragung erfolgt bevorzugt mittels Funk, kann aber weitere Telekommunikationsprotokolle involvieren, beispielsweise Bluetooth, WLAN oder TCP/IP.
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Das Bedienelement der Fernsteuerung kann ein einzelnes Betätigungselement oder zwei oder mehrere Betätigungselemente umfassen. Eine Betätigung eines Betätigungselements kann beispielsweise ein Kommando an den Parkassistenten übermitteln, dass der Parkvorgang ausgeführt wird, wobei der Parkassistent sowohl die Längs- als auch die Querregelung des Fahrzeugs übernimmt, also auch ein Vorsetzen und Zurücksetzen umsetzt. In diesem Fall kann mittels Fernsteuerung die Ausführung des Parkvorgangs lediglich gestartet und gestoppt werden. Der Parkassistent kann aber auch so ausgebildet sein, dass über zwei Betätigungselemente der Fernsteuerung Vor- und Rücksetzen des Fahrzeugs angewiesen werden kann, wobei der Parkassistent im Fahrzeug im Wesentlichen die Querregelung übernimmt. Es ist sogar möglich, dass über die Fernsteuerung die Längs- und die Querregelung vollständig übernommen werden kann.
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Die Sensorik zur Überprüfung, ob Personen sich im Fahrzeug befinden kann Innenraumkameras umfassen und/oder Bewegungssensoren im Fahrzeug und/oder eine Anschnallgurtverschlusssensorik und/oder Sitzsensoren, welche eine Personengewichtsauswertung vornehmen.
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Bevorzugt weist das Fahrerassistenzsystem weitere Komponenten zur Überprüfung von Ausschlusskriterien auf, insbesondere eine Komponente zur Überprüfung, ob das Fahrzeug aufgeschlossen ist und/oder eine Komponente zur Überprüfung, ob das Fahrzeug sich auf einer nicht registrierten Straße befindet und/oder eine Komponente zur Überprüfung, ob ein Überführungsweg ein kollisionsfreier Weg ist und/oder eine Komponente zur Überprüfung, ob die Fernsteuerung zu weit vom Fahrzeug entfernt ist.
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Bevorzugt weist die Fernsteuerung eine Empfangseinheit auf und das Fahrzeugsystem eine Sendeeinheit auf, so dass die Fernsteuerung und das Fahrzeugsystem zur bidirektionalen Kommunikation geeignet eingerichtet sind. Die Übertragung erfolgt bevorzugt mittels Funk, kann aber weitere Telekommunikationsprotokolle involvieren, beispielsweise Bluetooth, WLAN oder TCP/IP. Die Fernsteuerung weist bevorzugt eine Textanzeige zur Darstellung einer Information über den Grund, warum ein Parkvorgang nicht möglich ist, auf. In dem Fall, wenn die Fernsteuerung als ein Fahrzeugschlüssel realisiert ist, kann die Darstellung über ein der Fernsteuerung zugeordnetes Leuchtmittel, beispielsweise über eine daran angebrachte rote LED und über eine Leuchtmittelbeschaltung erfolgen.
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Wenn eine Kommunikation in Richtung vom Fahrzeug auf die Fernsteuerung vorgesehen ist, kann die Fernsteuerung vorteilhaft auch eine Bildanzeige aufweisen, so dass beispielsweise Bilder von Fahrzeugvideosensoren auf der Bildanzeige dargestellt werden können.
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Außerdem können in weiteren Ausführungsformen der Erfindung Bilder einer Innenraumüberwachungskamera an das mobile Endgerät übermittelt werden, falls das Abbruchkriterium von der Innenraumüberwachung ausgelöst wurde, d. h. falls eine Person im Fahrzeug erkannt wurde.
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Weitere Vorteile der Erfindung werden aus der nachfolgenden Figurenbeschreibung ersichtlich.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Es zeigen:
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1 eine schematische Darstellung funktionaler Komponenten eines Fahrerassistenzsystems,
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2 eine Situation mit einem Anwender und einem Fahrzeug vor einer Fahrzeuggarage,
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3 eine Situation mit einem Anwender und einem Fahrzeug in einer Fahrzeuggarage und
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4 ein Flussdiagramm zur Darstellung des Verfahrens.
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Ausführungsformen der Erfindung
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1 zeigt eine schematische Darstellung funktionaler Komponenten eines Fahrerassistenzsystems gemäß der vorliegenden Erfindung. Das Fahrerassistenzsystem ist dazu ausgebildet, einen Parkvorgang eines Fahrzeugs mittels einer Fernsteuerung auszuführen, durch welche eine Längs- und/oder Querregelung des Fahrzeugs erfolgen kann, wobei die Ausführung des Parkvorgangs über die Fernsteuerung aktivierbar ist. In dem Moment der Aktivierung der Ausführung des Parkvorgangs werden Ausschlusskriterien überprüft und bei einem positiven Ergebnis mindestens eines Ausschlusskriteriums wird kein Parkvorgang ausgeführt.
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Das Fahrerassistenzsystem umfasst hierzu eine dem Fahrzeug zugeordnete Empfangseinheit 1, die eine Drahtlosschnittstelle umfassen kann, insbesondere eine Funkschnittstelle. Das Fahrerassistenzsystem umfasst außerdem ein dem Fahrzeug zugeordnetes Umgebungserfassungssystem 2, welches ein optisches Sensorsystem mit Monokular- oder Stereovideokameras, oder als ein Ultraschallsensorsystem und/oder Lidar-System und/oder ein Radarsystem umfassen kann. Das Fahrerassistenzsystem kann weiterhin eine dem Fahrzeug zugeordnete Personenerfassungseinrichtung 3, eine dem Fahrzeug zugeordnete Schließzustandsermittlungseinrichtung 4 und einen dem Fahrzeug zugeordneten GPS-Signalempfänger 5 umfassen.
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Die Signale der Empfangseinheit 1, des Umgebungserfassungssystem 2, der Personenerfassungseinrichtung 3, der Schließzustandsermittlungseinrichtung 4 und des GPS-Signalempfängers 5, werden in einer Eingangsschaltung 7 empfangen. Die Eingangsschaltung 7 ist mit einem Bussystem 8 zum Datenaustausch mit einer Datenverarbeitungseinrichtung 9 verbunden. Die Datenverarbeitungseinrichtung 9 ist mit einem weiteren 10 oder demselben 8 Bussystem mit einer Ausgangsschaltung 11 verbunden. Die Ausgangsschaltung 11 ist mit einer Sendeeinheit 12 verbunden, sowie je nach Ausführungsform mit einer Längsregelungsvorrichtung 13 und/oder mit einer Querregelungsvorrichtung 14.
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Das Fahrerassistenzsystem umfasst weiterhin eine Fernsteuerung 15, welches eine Sendeeinheit 16 und gegebenenfalls eine Empfangseinheit 17, sowie Betätigungselemente 18 aufweist. Die Sendeeinheit 16 und die Empfangseinheit 17 sind dazu ausgebildet, drahtlos mit der fahrzeugseitigen Sende- und Empfangseinheit 1, 12 zusammenzuwirken.
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Die dem Fahrzeug zugeordnete Datenverarbeitungseinrichtung 9 umfasst einen Parkassistenten 20, welcher insbesondere die Signale des Umgebungserfassungssystems 2 und des GPS-Signalempfängers 5 verarbeitet. Der Parkassistenten 20 kann über die Ausgangsschaltung 11 die Längsregelungsvorrichtung 13 und/oder die Querregelungsvorrichtung 14 steuern.
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Die Datenverarbeitungseinrichtung 9 kann außerdem eine Komponente 21 aufweisen zur Überprüfung, ob das Fahrzeug sich auf einer nicht registrierten Straße befindet. Die Komponente 21 zur Überprüfung, ob das Fahrzeug sich auf einer nicht registrierten Straße befindet, verarbeitet insbesondere Daten des GPS-Signalempfängers 5.
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Die Datenverarbeitungseinrichtung 9 kann außerdem eine Komponente 22 aufweisen zur Überprüfung, ob ein Überführungsweg ein kollisionsfreier Weg ist. Die Komponente 22 zur Überprüfung, ob ein Überführungsweg ein kollisionsfreier Weg ist, kann Signale des Umgebungserfassungssystems 2 verarbeiten oder Daten eines Fahrerassistenzsystems zur Kollisionsvermeidungssystem verwenden.
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Die Datenverarbeitungseinrichtung 9 kann eine Komponente 23 aufweisen zur Überprüfung, ob die Fernsteuerung zu weit vom Fahrzeug entfernt ist. Die Komponente 24 zur Überprüfung, ob die Fernsteuerung zu weit vom Fahrzeug entfernt ist kann einen Signalstärkeprüfer aufweisen, welcher die Stärke des Fernsteuerungssignals anhand der Daten der Empfangseinheit 1 prüfen kann.
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Die Datenverarbeitungseinrichtung 9 umfasst außerdem eine Komponente 24 zur Überprüfung von Ausschlusskriterien. Die Komponente 24 zur Überprüfung von Ausschlusskriterien verarbeitet insbesondere Daten der Personenerfassungseinrichtung 3, der Schließzustandsermittlungseinrichtung 4, der Komponente 21 zur Überprüfung, ob das Fahrzeug sich auf einer nicht registrierten Straße befindet, der Komponente 22 zur Überprüfung, ob ein Überführungsweg ein kollisionsfreier Weg ist, der Komponente 23 zur Überprüfung, ob die Fernsteuerung zu weit vom Fahrzeug entfernt ist Die eine Komponente 24 zur Überprüfung von Ausschlusskriterien kann den Parkassistenten 20 steuern, insbesondere an- und ausschalten, sowie Daten für die Sendeeinheit 12 bereitstellen und diese ansteuern.
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2 zeigt ein Fahrzeug 30, welches mit die dem Fahrzeug zugeordneten Komponenten des mit Bezug auf 1 beschriebenen Fahrerassistenzsystems gemäß der vorliegenden Erfindung aufweist. Das Fahrzeug 30 ist vor einer Garage 31 angeordnet. Ein Anwender 32 des erfindungsgemäßen Verfahrens hält eine Fernsteuerung 33 in seiner Hand, welche mit den der Fernsteuerung zugeordneten Komponenten des mit Bezug auf 1 beschriebenen Fahrerassistenzsystems gemäß der vorliegenden Erfindung aufweist.
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Die Fernsteuerung 33 weist hier rein beispielhaft zwei Betätigungsfelder 34, 35 auf, mit denen eine Längsregelung des Fahrzeugs steuerbar ist, d. h. mit welcher der Anwender 32 das Fahrzeug 30 langsam vorwärts (Betätigungselement 34) und rückwärts (Betätigungselement 35) rollen lassen kann. Die Querregelung wird hier beispielhaft vom Parkassistenten im Fahrzeug 30 übernommen. Das Fahrzeug 30 weist hier beispielhaft Ultraschallsensoren 36 auf, welche die Garage 31, insbesondere die Garagenwände 37a, 37b, 37c detektieren. Zudem weist das Fahrzeug 30 eine Frontkamera 38 und eine Rückkamera 39 auf, welche Bilder der Fahrzeugumgebung aufnehmen und für die Parkassistenzfunktion analysieren sowie gegebenenfalls auf die Fernsteuerung 33 übertragen können. Der Abstand einer Garagenseitenwand 37a zur anderen Garagenseitenwand 37b ist derart, dass das Fahrzeug 30 in seiner Breite dazwischen passt, dass jedoch eine Fahrertür 40 oder eine Beifahrertür 41 in der Garage 31 nicht ausreichend geöffnet werden können, um ein Einsteigen oder Aussteigen des Fahrers oder des Beifahrers zu ermöglichen. Daher steigt der Anwender 32 vor der Garage 31 aus dem Fahrzeug 30 aus und betätigt die Fernsteuerung 33, um den Parkassistenten zu starten.
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Bei der Aktivierung der Ausführung des Parkvorgangs über die Fernsteuerung 33 werden Ausschlusskriterien geprüft, und bei einem positiven Ergebnis mindestens eines Ausschlusskriteriums wird kein Parkvorgang ausgeführt wird. Bei einem positiven Ergebnis kann das Fahrzeug 30 ein Signal an die Fernsteuerung 33 zurücksenden, das nach einer ersten Ausführungsform lediglich die Information enthält, dass eine ferngesteuerte Überführung des Fahrzeugs 30 von einer aktuellen Position 42 auf eine Zielposition 43 in die Garage 31 nicht ausgeführt wird, und das nach einer weiteren Ausführungsform die Information enthält, dass eine Überführung des Fahrzeugs 30 von der aktuellen Position 42 auf die Zielposition 43 in die Garage 31 nicht ausgeführt wird, weil ein bestimmter Ausschlussgrund vorliegt, beispielsweise, weil sich eine Person im Fahrzeug 30 befindet und/oder weil das Fahrzeug 30 abgeschlossen ist und/oder weil das Fahrzeug sich auf einer registrierten Straße befindet und/oder weil ein Hindernis den Überführungsweg versperrt und/oder weil ein Signal der Fernsteuerung 33 zu schwach ausgeprägt ist, und das nach einer dritten Ausführungsform weitere Informationen enthält, beispielsweise eine Innenaufnahme vom Innenraum des Fahrzeugs 30, auf welcher eine detektierte Person zu erkennen ist oder ein Bild vom detektierten Hindernis.
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3 zeigt eine Situation, in welcher das Fahrzeug 30 aus 2 in der Garage 31 eingeparkt ist. Der Benutzer 32 kann entweder selbst feststellen, dass der Parkvorgang beendet ist oder es können Informationen von einem Sender des dem Fahrzeug 30 zugeordneten Fahrerassistenzsystem auf die Fernsteuerung 33 übertragen werden, dass die optimale Parkposition, d. h. die Zielposition erreicht ist. In diesem Fall kann ausgeschlossen sein, dass eine weitere Bewegung des Fahrzeugs 30 über das mobile Gerät 33 möglich ist. Der Ausparkvorgang wird ebenso per Fernsteuerung 33 ausgeführt.
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4 zeigt ein Flussdiagramm zur Darstellung des Verfahrens. In einem ersten Schritt S1 aktiviert ein Anwender per Fernbedienung die Ausführung des Parkvorgangs. In einem zweiten Schritt S2 wird überprüft, ob sich eine Person im Fahrzeug befindet. In einem dritten Schritt S3 wird überprüft, ob das Fahrzeug abgeschlossen ist. In einem vierten Schritt S4 wird überprüft, ob das Fahrzeug sich auf einer registrierten Straße befindet. In einem fünften Schritt S5 wird überprüft, ob ein Hindernis den Überführungsweg versperrt. In einem sechsten Schritt S6 wird überprüft, ob die Fernsteuerung zu weit vom Fahrzeug entfernt ist.
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Wenn eine der Überprüfungen zu einem positiven Ergebnis führt, wird kein Parkvorgang ausgeführt S7. Dann wird gegebenenfalls ein Signal von einem dem Fahrzeug zugeordneten Sender an einen der Fernsteuerung zugeordneten Empfänger übertragen S8. Wenn die Überprüfungen in den Schritten S2 bis S6 negativ sind, dann wird der Parkvorgang ausgeführt S9. Die Reihenfolge der Schritte S2 bis S6 ist nicht fest vorgegeben, sie kann auch anders festgelegt sein. Die meisten der Schritte S2 bis S6 sind außerdem optional.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- WO 2010/006981 A1 [0004]
- DE 19817142 A1 [0005]
- DE 102009043589 A1 [0006]