DE19926504A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Abschätzen von Gewichtsfaktoren verschiedener Übertragungspfade eines Nachrichtensignals - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Abschätzen von Gewichtsfaktoren verschiedener Übertragungspfade eines NachrichtensignalsInfo
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Abstract
Bei einem Verfahren zum Abschätzen von zeitlich veränderlichen komplexen Gewichtsfaktoren verschiedener Übertragungspfade für ein auf den verschiedenen Pfaden zwischen einem Sender und einem Empfänger übertragendes Nachrichtensignal werden zu zwei verschiedenen Meßzeiten aktuelle Werte von Gewichtsfaktoren (entsprechend Punkten 2 bis 6) gemessen, und für zwischen zwei Meßzeiten (entsprechend z. B. Punkten 2, 3) liegende Zeiten geltende Gewichtsfaktoren werden durch eine Interpolation der Phasen beziehungsweise der Beträge der Meßwerte abgeschätzt.
Description
Es ist ein bekanntes Problem der Nachrichtenübertragung per
Funk, daß ein von einem Sender ausgestrahltes Nachrichtensi
gnal einen Empfänger häufig auf einer Mehrzahl von verschie
denen Pfaden erreichen kann, die sich durch Reflexionen und
Streuung des Funksignals an Gebäuden, Bergen, Bäumen und an
deren Hindernissen ergeben. Am Empfänger überlagern sich die
auf diesen verschiedenen Pfaden unterschiedlich stark ge
dämpften beziehungsweise verzögerten Signalkomponenten. Dies
führt dazu, daß das empfangene Signal durch konstruktive oder
destruktive Interferenz seiner Komponenten verstärkt oder ab
geschwächt sein kann, je nachdem, wie die relative Phasenlage
der auf den verschiedenen Pfaden eintreffenden Signalkompo
nenten ist. Große Laufzeitdifferenzen zwischen einzelnen Si
gnalkomponenten können auch zu Intersymbol-Interferenzen füh
ren.
Insbesondere auf dem Gebiet des Mobilfunks führt dieses Pro
blem zu erheblichen Schwierigkeiten, da ein beweglicher Emp
fänger im Laufe der Zeit stark unterschiedlichen Empfangsver
hältnissen ausgesetzt ist, in denen sich die relative Phasen
lage von auf unterschiedliche Übertragungspfade zurückgehen
den Komponenten des Empfangssignals oder auch ihre Intensität
stark ändert. Eine wenigstens teilweise Kompensation derarti
ger Effekte wird herkömmlicherweise dadurch erreicht, daß für
die verschiedenen Übertragungspfade zwischen einem Sender und
einem Empfänger jeweils relative Phasendifferenzen und Inten
sitäten gemessen und aus den erhaltenen Werten Gewichtungs
faktoren berechnet werden. Das Empfangssignal wird im Empfän
ger auf mehrere Zweige verteilt und in jedem Zweig um einen
Betrag verzögert, der zur Verzögerung eines dem Zweig zuge
ordneten Übertragungspfades komplementär ist. In jedem Zweig
wird das Empfangssignal mit einem Gewichtungsfaktor multipliziert,
und die erhaltenen Produkte werden zu einem kompen
sierten Signal aufaddiert, das einer Weiterverarbeitung, im
Fall eines Digitalsignals zum Beispiel der Rückgewinnung der
übertragenen Symbole zugeführt wird.
Um ein solches Verfahren bei einem mobilen Empfänger sinnvoll
nutzen zu können, ist es erforderlich, die Bestimmung der Ge
wichtungsfaktoren in kurzen Zeitabständen zu wiederholen, um
ständig aktuelle Gewichtungsfaktoren für die Kompensation zur
Verfügung zu haben. Es liegt auf der Hand, daß eine solche
Aktualisierung um so öfter erforderlich ist, je schneller
sich ein Empfänger bewegt.
Für eine solche Messung ist es erforderlich, daß wenigstens
zeitweise in das Nachrichtensignal eine empfängerseitig be
kannte Meßsequenz eingefügt wird, anhand von deren Verzerrung
empfängerseitig die Zahl der an der Übertragung beteiligten
Übertragungspfade, ihre Dämpfung und ihre relative Phasenlage
abgeschätzt werden kann. Je öfter ein solches Signal übertra
gen werden muß, um so weniger Zeit bleibt für die Übertragung
des eigentlichen Nutzsignals übrig. Es sind deshalb Verfahren
vorgeschlagen worden, bei denen aktuelle Werte von Gewich
tungsverfahren jeweils zu zwei verschiedenen Meßzeiten be
stimmt werden und für zwischen den beiden Meßzeiten liegende
Zeiten, an denen das Nutzsignal übertragen wird, geltende Ge
wichtungsfaktoren durch eine Interpolationsrechnung abge
schätzt werden, bei der jeweils unabhängig Realteile und Ima
ginärteile der Gewichtungsfaktoren interpoliert werden.
Um das Verhalten eines Empfängers beim Empfang eines aus meh
reren Komponenten mit unterschiedlichen Übertragungspfaden
überlagerten Empfangssignals simulieren und vergleichen zu
können, sind mehrere sogenannte Kanalmodelle definiert wor
den, die unterschiedlichen typischen Anwendungssituationen
eines mobilen Funkempfängers entsprechen. So gibt es zum Bei
spiel zwei Kanalmodelle vehicular A und B, die das Kanalver
halten während einer Autofahrt im städtischen und ländlichen
Gebiet (Makrozelle) mit großen Laufzeitunterschieden simulie
ren, wobei die Geschwindigkeit einstellbar ist. Die zwei Mo
delle umfassen jeweils sechs Pfade mit den in der nachfolgen
den Tabelle angegebenen relativen Verzögerungen und Amplitu
den.
Der zur Zeit in Entwicklung befindliche UMTS-Standard, der in
Zukunft den GSM-Standard ablösen soll, verwendet einen Daten
strom, der aus Slots von jeweils 0,625 ms Dauer besteht, wo
bei beim Sprachdienst jeder Slot aus 20 Symbolen mit einer
Symboldauer von 31,25 ms besteht. Diese Slots können unter
schiedliche Strukturen haben, die möglicherweise im Laufe der
Standardisierung noch Änderungen erfahren werden. Zum Bei
spiel können die ersten vier Symbole eines Slots eine soge
nannte Pilotsequenz darstellen, die anderen 16 Symbole ent
sprechen Nutzdaten oder Symbolen mit Sonderfunktionen wie et
wa TPC, TFCI. Die Pilotsymbole können auch an anderer Stelle
innerhalb des Slots angeordnet oder verteilt sein. Die Pilot
sequenz kehrt in immer gleicher Form wieder und wird von ei
nem UTMS-Empfänger zur Abschätzung der relativen Verzögerun
gen und Amplituden der verschiedenen Kanäle genutzt.
Fig. 1 zeigt die Wanderung des Kompensationsfaktors für den
ersten Pfad des Vehicular A-Kanalmodells über einen Zeitraum
von vier Slots eines UMTS-Signals in Form einer durchgezogenen
Kurve 1 in der komplexen Zahlenebene. Zeitpunkte, die der
Übertragung einer Pilotsequenz entsprechen, sind als Punkte 2
bis 6 gekennzeichnet. Gestrichelte Linien zwischen den Punk
ten 2 bis 6 zeigen den Verlauf des Gewichtungsfaktors, der
durch eine Interpolation der Real- und Imaginärteile der Meß
werte des Gewichtungsfaktors erhalten wird. Diese Interpola
tion von Real- und Imaginärteilen wird nachfolgend kurz als
kartesische Interpolation bezeichnet. Man erkennt, daß die
kartesische Interpolation immer zu Interpolationswerten
führt, die innerhalb des von der Kurve 1 umlaufenen Gebietes
der komplexen Zahlenebene liegen. Die kartesische Interpola
tion ist daher mit einem systematischen Fehler behaftet.
Aufgabe der Erfindung ist, ein einfaches Verfahren zum Ab
schätzen der Gewichtungsfaktoren aufzuzeigen, das diesen sy
stematischen Fehler nicht besitzt.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren, bei dem die kar
tesische Interpolation durch eine polare Interpolation er
setzt wird, das heißt, bei dem eine Interpolation jeweils
zwischen den Beträgen der gemessenen Gewichtungsfaktoren ei
nerseits und ihren Phasen andererseits ersetzt wird. Diese
Interpolation ist vorzugsweise ebenfalls linear.
Bei einer weiterentwickelten Variante des Verfahrens ist vor
gesehen, daß ein Grenzwert des Betrags des Gewichtungsfaktors
wenigstens eines der Übertragungswege festgelegt wird, und
daß die polare Interpolation durchgeführt wird, wenn von zwei
für den Übertragungsweg nacheinander gemessenen Werten des
Gewichtungsfaktors beide einen Betrag oberhalb des Grenzwerts
aufweisen, und daß andernfalls eine kartesische Interpolation
erfolgt. Auf diese Weise wird vermieden, daß Abschnitte der
Bahn des Gewichtungsfaktors in der komplexen Zahlenebene, die
in der Nähe des Ursprungs verlaufen, und die häufig nur eine
geringe Krümmung aufweisen, durch übermäßig stark gekrümmte
und von dem tatsächlichen Verlauf der Bahn stark abweichende
Bögen interpoliert wird. Alternativ kann auch nur dann statt
einer polaren eine kartesische Interpolation eingesetzt wer
den, wenn beide Werte des Gewichtungsfaktors kleiner als ein
Grenzwert sind.
Das empfangene Nachrichtensignal wird anschließend vorzugs
weise mit den durch die Interpolationsrechnung abgeschätzten
Gewichtungsfaktoren multipliziert und die Summe der erhalte
nen Produkte wird gebildet, um daraus anschließend die über
tragenen Nutzdaten zu extrahieren.
Der Vorteil der Erfindung wird auch durch eine Vorrichtung,
insbesondere einen Empfänger für ein Nachrichtensignal, er
reicht, die eine Meßeinrichtung zum Messen von Gewichtungs
faktoren, die jeweils einem von mehreren Übertragungsfaktoren
zugeordnet sind, auf denen das Nachrichtensignal von einem
Sender zum Empfänger übertragbar ist, anhand einer in das Si
gnal eingefügten Meßsequenz, einen Interpolator zum Erzeugen
von interpolierten Gewichtungsfaktoren anhand von für nach
einander übertragene Meßsequenzen erhaltenen Gewichtungsfak
toren und eine Korrelationseinrichtung zum Multiplizieren des
empfangenen Nachrichtensignals mit den interpolierten Ge
wichtsfaktoren und zum Addieren der erhaltenen Produkte zu
einem kompensierten Nachrichtensignal umfaßt, bei der der In
terpolator eingerichtet ist, um für jeden Übertragungspfad
eine polare Interpolation zwischen den Beträgen und Phasen
der gemessenen Gewichtungsfaktoren auszuführen.
Vorzugsweise ist die Vorrichtung zusätzlich in der Lage, eine
kartesische Interpolation der gemessenen Gewichtungsfaktoren
auszuführen, und sie umfaßt eine Entscheidungseinrichtung,
die eine polare Interpolation veranlaßt, wenn beide von der
Meßeinrichtung gemessenen Beträge über einem vorgegebenen
Grenzwert liegen, und andernfalls eine kartesische Interpola
tion veranlaßt oder - alternativ - die eine kartesische In
terpolation veranlaßt, wenn beide Beträge unter einem gegebe
nen Grenzwert liegen. Als Korrelationseinrichtung wird vor
zugsweise ein Rake-Empfänger eingesetzt. Zweckmäßigerweise
ist auch ein Puffer vorgesehen, der dimensioniert ist, um we
nigstens eine zwischen zwei Meßsequenzen übertragene Datense
quenz des Nachrichtensignals zu puffern. Dieser Puffer dient
zum Zwischenspeichern der Datensequenz, bis die anhand der
Meßsequenz gemessenen Gewichtungsfaktoren vorliegen, die zum
Kompensieren des empfangenen Nachrichtensignals interpoliert
werden müssen.
Bei der Vorrichtung handelt es sich vorzugsweise um einen
UMTS-Empfänger.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus
der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels mit
Bezug auf die Figuren.
Fig. 1 zeigt die Bewegungskurve des Wertes eines Gewich
tungsfaktors in der komplexen Zahlenebene sowie die durch
kartesische Interpolation erhaltene Abschätzung für diese Be
wegung;
Fig. 2 zeigt die gemäß der vorliegenden Erfindung durch po
lare Interpolation erhaltene Abschätzung für die gleiche Kur
ve; und
Fig. 3 zeigt das Ergebnis einer Kombination aus kartesischer
und polarer Interpolation gemäß der Erfindung;
Fig. 4 und 5 zeigen jeweils Bitfehlerraten als Funktion des
Signalrauschverhältnisses eines UMTS-Signals ohne Interpola
tion beziehungsweise mit polarer Interpolation; und
Fig. 6 ein Blockdiagramm eines UMTS-Empfängers.
Fig. 7 ein Blockdiagramm eines Rake-Empfängers.
Es soll zunächst anhand von Fig. 6 kurz der Aufbau eines
UMTS-Empfängers als Beispiel für die erfindungsgemäße Vorrichtung
behandelt werden. Er umfaßt eine Weiche 20, der ein
Empfangssignal zugeführt wird, das aus einer Überlagerung von
Komponenten besteht, die sich von einem gleichen Sendesignal
herleiten und die den Empfänger auf unterschiedlichen Über
tragungspfaden, mit unterschiedlichen Zeitverzögerungen und
Dämpfungen erreicht haben. Wie bereits angegeben, besteht die
Signalfolge aus einer Abfolge von Slots, die jeweils eine für
die aufeinanderfolgenden Slots identischen Pilotsequenz als
Meßsequenz und einer Datensequenz bestehen. Eine mit der Fol
ge der Slots synchrone Zeitreferenz 24 steuert die Weiche 20
an, so daß sie die Pilotsequenzen an einen Channel-Estimator
21 und die Datensequenzen an einen Puffer 23 weiterleitet.
Aufgabe des Channel-Estimators ist, die Zeitverzögerung und
Dämpfung der einzelnen Komponenten des empfangenen Signals
relativ zueinander zu bestimmen und daraus einen Gewichtungs
koeffizienten abzuleiten, der an späterer Stelle mit dem Emp
fangssignal multipliziert wird, um die Signalverzerrung, die
durch die Übertragung auf mehreren Kanälen bedingt sind, zu
kompensieren.
Für jede empfangene Pilotsequenz ermittelt der Channel-Esti
mator 21 einen Satz von Gewichtungsfaktoren hi(tn), wobei i
den Pfad, dem der Gewichtungsfaktor zugeordnet ist, und tn
die Zeit der Übertragung der Pilotsequenz bezeichnet, für die
der Gewichtungsfaktor gilt. Ein entsprechender Satz von Ge
wichtungsfaktoren hi(tn-1), die der Zeit der Übertragung der
vorherigen Pilotsequenz entsprechen, ist in dem Interpolator
22 gespeichert.
Gemäß einer ersten, einfachen Ausgestaltung sind die Gewich
tungskoeffizienten im Interpolator 22 in der Form von Werte
paaren gespeichert, von denen ein Wert den Betrag des Gewich
tungskoeffizienten und der andere seiner Phase entspricht.
Datensequenzen werden im Puffer 23 für eine Zeitspanne ge
puffert, die wenigstens der Dauer eines Slots des Empfangssignals
entspricht. Um diese Zeitspanne verzögerte Daten wer
den vom Puffer 23 an einen Dateneingang eines Rake-Empfängers
25 ausgegeben. Durch die Verzögerung der Datenausgabe ist si
chergestellt, daß die Pilotsequenzen, die in der zeitlichen
Abfolge des Empfangssignals vor und hinter der Nutzdatense
quenz kommen, bereits empfangen und die ihnen entsprechenden
Gewichtungskoeffizienten vom Channel-Estimator 21 ermittelt
worden sind, bevor die Daten am Eingang des Rake-Empfängers
25 erscheinen. Der Interpolator 22 wird von der Zeitreferenz
24 so angesteuert, daß er zu Beginn des Erscheinens einer Da
tensequenz am Dateneingang des Rake-Empfängers 25 an dessen
Koeffizienteneingang die Koeffizienten hi(tn-1) liefert, die
zu der Pilotsequenz bestimmt worden sind, die den betreffen
den Daten unmittelbar vorangeht. Im Laufe der Übergabe der
Datensequenz vom Puffer 23 an den Rake-Empfänger 25 nähern
sich die vom Interpolator 22 gelieferten Betrags- und Phasen
werte der Gewichtungsfaktoren linear den Werten hi(tn), die
für die unmittelbar nachfolgende Pilotsequenz bestimmt worden
sind.
Einer weiterentwickelten Ausgestaltung der Erfindung zufolge
überwacht eine Entscheidungseinrichtung 26 die Beträge der
vom Channel-Estimator 21 ermittelten Gewichtungsfaktoren
hi(tn). Wenn für einen der betrachteten Übertragungswege der
Betrag des zugehörigen Gewichtungsfaktors hi(tn) unter einem
vorgegebenen Grenzwert liegt, so steuert die Entscheidungs
einrichtung 26 den Interpolator 22 an, um ihn zu veranlassen,
den entsprechenden Kompensationskoeffizienten nicht in
"polarer" Darstellung als Zahlenpaar aus Betrag und Phase,
sondern in "kartesischer" Darstellung als Zahlenpaar aus Re
al- und Imaginärteil abzuspeichern. Ein zu diesem Zeitpunkt
im Interpolator 22 gespeicherter Kompensationsfaktor hi(tn-1),
der für die vorhergehende Pilotsequenz für den gleichen Über
tragungsweg ermittelt worden ist, wird ebenfalls in die
"kartesische" Darstellung umgewandelt. Die Interpolation zwi
schen den beiden Werten des Kompensationsfaktors erfolgt mit
den gleichen Rechenschritten wie zuvor, infolge der veränderten
Darstellung wird jedoch ein anderes Interpolationsergeb
nis erhalten.
Wenn zu einem späteren Zeitpunkt für den Gewichtungsfaktor
hi(tn+1) wieder ein Betrag oberhalb des Grenzwerts vom Chan
nel-Estimator 21 ermittelt wird, wird auch dieser zunächst
wieder in der "kartesischen" Darstellung" im Interpolator 22
gespeichert und verarbeitet. Erst wenn ein in der darauffol
genden Pilotsequenz ermittelter Gewichtungsfaktor hi(tn+2)
abermals oberhalb des Grenzwerts liegt, kehrt der Interpola
tor zur "polaren" Darstellung der Faktoren, mit Betrag und
Phase, zurück.
Die Darstellung der vom Interpolator 22 an den Rake-Empfänger
25 gelieferten interpolierten Gewichtungsfaktoren ist selbst
verständlich davon unabhängig immer die gleiche.
Der Rake-Empfänger ist in der Lage, die Signalenergien aus
den verschiedenen Ausbreitungspfaden des Nachrichtensignals
aufzusammeln und sie unter Aufhebung der Laufzeitenunter
schiede gewichtet zu addieren. Wie in Fig. 7 skizziert, be
steht der Rake-Empfänger 25 aus mehreren Zweigen, den soge
nannten Fingern, wobei jeder Finger j, j = 1, . . ., N aus einem
Verzögerer 30 j, einem Korrelator 31 j und einem Multiplizierer
32 j besteht. Der Korrelator 31 j führt eine bekannte Korrela
tionsoperation des bandbreitengespreizten UMTS-Empfangssi
gnals mit einer für den Empfänger spezifischen Codefolge aus,
durch die aus der im Empfangssignal gegebenenfalls enthalte
nen Überlagerung von für eine Vielzahl von Empfängern be
stimmten Nachrichtensignalen der für den betreffenden Empfän
ger bestimmte Anteil isoliert wird.
Der Multiplizierer 32 j multipliziert die Ausgabe des Korrela
tors 31 j mit dem für den zugeordneten Übertragungspfad gel
tenden Gewichtungsfaktor hj(t), um so die Dämpfung und Pha
senverschiebung zu kompensieren, die das Nachrichtensignal
auf dem Übertragungspfad erfahren hat. Jeder Finger j detektiert
die Daten aus dem ihm zugewiesenen Pfad j, um sie an
schließend in einem Addierer 33 gewichtet aufzusummieren und
der Weiterverarbeitung zuzuführen. Die Addition der gewichte
ten Signalenergien wird auch als Maximum Radio Combining
(MRC) bezeichnet. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, daß auch
bei starken Fadingeinbrüchen auf den einzelnen unkorrelierten
Pfaden immer in mindestens einem der Finger des Rake-Empfän
gers ein akzeptables Empfangssignal vorhanden ist. Die maxi
mal mögliche Anzahl zu detektierender Pfade hängt von der An
zahl der Finger ab. Mit dem in Fig. 7 dargestellten Empfän
ger können maximal N Pfade detektiert werden.
Fig. 2 zeigt nun das Ergebnis einer Interpolation der Kurve
1 aus Fig. 1, das mit dem Interpolator des oben beschriebe
nen Empfängers in der einfachen Ausgestaltung ohne die Ent
scheidungseinheit 26 erhalten wird. Hier führt der Interpola
tor 22 sämtliche Interpolationen in polarer Darstellung aus.
Man erkennt, daß die Interpolation zwischen den Punkten 2 und
3 genauer ist als im in Fig. 1 dargestellten Fall der karte
sischen Interpolation. Die strichpunktiert dargestellte in
terpolierte Kurve schneidet sogar den tatsächlichen Verlauf.
Zwischen den Punkten 3 und 4 beziehungsweise 5 und 6 ist die
Qualität der Interpolation ähnlich der aus Fig. 1. Wie man
am Beispiel des Kurvenstücks zwischen den Punkten 3 und 4
sieht, sind bei der polaren Interpolation im Gegensatz zur
kartesischen durchaus Verläufe der interpolierten Kurve mög
lich, die außerhalb von der Kurve 1 umrandeten Gebiets lie
gen.
Im Abschnitt zwischen den Punkten 4 und 5 weicht der Verlauf
der polar interpolierten Kurve aus Fig. 2 stärker vom tat
sächlichen Verlauf der Kurve ab als bei der linearen Interpo
lation nach Fig. 1. Der Grund dafür ist offensichtlich der,
daß die Beträge der Gewichtungsfaktoren per definitionem nur
positiv sein können, so daß Verläufe der Kurve 1 in der Nähe
des Koordinatenursprungs nur schlecht approximiert werden
können. Dieses Problem läßt sich jedoch mit Hilfe der Entscheidungseinrichtung
26 und des zwischen polarer und karte
sischer Darstellung umschaltbaren Interpolators beheben, wie
Fig. 3 zeigt. Die gestrichelte Ellipse 7 veranschaulicht
hier einen Grenzwert des Betrags des Gewichtungsfaktors, der
als Kriterium für die Umschaltung zwischen kartesischer und
polarer Interpolation herangezogen wird. Die Kurve 7 er
scheint in der Figur elliptisch aufgrund der ungleichen Maß
stäbe der Achsen von Real- und Imaginärteil. Der Punkt 5 ent
spricht einem Gewichtungsfaktor mit Betrag unterhalb des
Grenzwerts. Deswegen erfolgt die Interpolation zwischen den
Punkten 4 und 5 sowie zwischen 5 und 6 im Beispiel der Fig.
3 kartesisch. Die in Fig. 3 dargestellte Interpolation ap
proximiert den Verlauf der Kurve 1 besser als jeweils nur
kartesische oder nur polare Interpolation.
Die Fig. 4 und 5 zeigen jeweils die Ergebnisse einer Simu
lation der Bitfehlerrate (BER) eines UMTS-Empfängers in Ab
hängigkeit vom Signal-Rausch-Leistungsverhältnis (Eb/N0),
einmal ohne Interpolation im Fall von Fig. 4 und mit polarer
Interpolation im Fall der Fig. 5, unter Zugrundelegung des
Vehicular-A-Modells mit einer Empfängergeschwindigkeit von
120 km/h, unter Verwendung eines vierfingrigen Rake-Empfän
gers. Bei einem guten Signal-Rausch-Verhältnis Eb/N0 von 9 dB
stehen sich Bitfehlerraten von 5 × 10-4 für das interpolierte
und 9 × 10-4 für das nicht interpolierte Signal gegenüber,
also eine Verbesserung durch Interpolation fast um den Faktor
2. Bei einer mittleren Empfangsqualität (Eb/N0 = 7 dB) betra
gen die Fehlerraten 10 -2 beziehungsweise 4 × 10-2, was einer
Fehlerunterdrückung durch Interpolation um einen Faktor 4
entspricht. Zu kleineren Signal-Rausch-Verhältnissen nehmen
die Unterschiede wieder ab, was zu erwarten ist, denn mit zu
nehmend schlechterer Empfangsqualität muß die Bitfehlerrate
gegen den Zufallswert 0,5 konvergieren.
Claims (11)
1. Verfahren zum Abschätzen von zeitlich veränderlichen, kom
plexen Gewichtungsfaktoren verschiedener Übertragungspfade
für ein auf den verschiedenen Pfaden zwischen einem Sender
und einem Empfänger übertragenes Nachrichtensignal, bei dem
zu zwei verschiedenen Meßzeiten aktuelle Werte von Gewich
tungsfaktoren gemessen werden und für zwischen den beiden
Meßzeiten liegende Zeiten geltende Gewichtungsfaktoren durch
eine Interpolationsrechnung abgeschätzt werden, dadurch
gekennzeichnet, daß die Interpolationsrechnung eine
Interpolation zwischen den Beträgen der gemessenen Gewich
tungsfaktoren und eine Interpolation zwischen den Phasen der
gemessenen Gewichtungsfaktoren umfaßt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Interpolation linear ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß ein Grenzwert des Betrags des Gewichtungs
faktors wenigstens eines der Übertragungswege festgelegt
wird, und daß eine Interpolation zwischen den Realteilen und
den Imaginärteilen durchgeführt wird, wenn wenigstens einer
der zwei für den Übertragungsweg gemessenen Werte des Gewich
tungsfaktors einen Betrag unterhalb des Grenzwerts aufweist,
und daß andernfalls die Interpolation zwischen den Beträgen
und zwischen den Phasen durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Gewichtungsfaktoren
anhand einer in das Nachrichtensignal periodisch eingefügten,
wiederkehrenden Meßsequenz gemessen werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß das empfangene Nachrich
tensignal mit den durch die Interpolationsrechnung abge
schätzten Gewichtungsfaktoren multipliziert und die Summe der
erhaltenen Produkte gebildet wird, und daß in dem Nachrich
tensignal enthaltene Symbole aus der Summe extrahiert werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß das Nachrichtensignal ein
CDMA-, insbesondere ein W-CDMA-Signal gemäß UMTS-Spezifika
tion ist.
7. Vorrichtung, insbesondere Empfänger für ein Nachrichtensi
gnal, mit einer Meßeinrichtung (21) zum Messen von Gewich
tungsfaktoren, die jeweils einem von mehreren Übertragungs
pfaden zugeordnet sind, auf denen das Nachrichtensignal von
einem Sender zum Empfänger übertragbar ist, anhand einer in
das Signal eingefügten Meßsequenz, einem Interpolator (22)
zum Erzeugen von interpolierten Gewichtungsfaktoren anhand
von für nacheinander übertragene Meßsequenzen erhaltenen ge
messenen Gewichtungsfaktoren und einer Korrelationseinrich
tung (25) zum Multiplizieren des empfangenen Nachrichtensi
gnals mit den interpolierten Gewichtungsfaktoren und Addieren
der erhaltenen Produkte zu einem kompensierten Nachrichtensi
gnal, dadurch gekennzeichnet, daß der Interpolator
(22) eingerichtet ist, um für jeden Übertragungspfad eine In
terpolation zwischen den Beträgen der gemessenen Gewichtungs
faktoren und eine Interpolation zwischen den Phasen der ge
messenen Gewichtungsfaktoren auszuführen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeich
net, daß der Interpolator (22) ferner eingerichtet ist, ei
ne Interpolation zwischen den Realteilen und den Imaginär
teilen der gemessenen Gewichtungsfaktoren auszuführen, und
mit einer Entscheidungseinrichtung (26) verbunden ist, die
eine Interpolation zwischen den Realteilen beziehungsweise
den Imaginärteilen der gemessenen Gewichtungsfaktoren veran
laßt, wenn wenigstens einer der von der Meßeinrichtung (21)
gemessenen Beträge unter einem vorgegebenen Grenzwert liegt,
und andernfalls eine Interpolation zwischen den Beträgen beziehungsweise
den Phasen der gemessenen Gewichtungsfaktoren
veranlaßt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Korrelationseinrichtung ein Rake-Emp
fänger (25) ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, gekenn
zeichnet durch einen Puffer (23) zum Puffern einer
zwischen zwei Meßsequenzen übertragenen Datensequenz des
Nachrichtensignals.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß sie ein UMTS-Empfänger ist.
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