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Die Erfindung betrifft ein Dachmodul nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Kraftfahrzeug mit einem solchen Dachmodul.
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Derartige Dachmodule finden im Fahrzeugbau umfassend Verwendung. Beispielsweise werden Dachmodule als separate Funktionsmodule vorgefertigt und am Montageband mit einer Dachrahmenstruktur (welche ein Teil der Karosseriestruktur ist) verbunden. Das Dachmodul bildet an seiner Außenfläche zumindest bereichsweise eine Dachhaut des Fahrzeugdachs, die ein Eindringen von Feuchtigkeit bzw. Luftströmung in den Fahrzeuginnenraum verhindert. Die Dachhaut wird von einem oder mehreren Flächenbauteilen gebildet, die aus einem stabilen Material, beispielsweise lackiertem Blech oder lackiertem bzw. durchgefärbtem Kunststoff, gefertigt sein können. Bei dem Dachmodul kann es sich um ein Teil eines starren Fahrzeugdachs oder um ein Teil einer öffenbaren Dachbaugruppe handeln.
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Ferner richtet sich die Entwicklung im Fahrzeugbau immer stärker auf autonom bzw. teilautonom fahrende Kraftfahrzeuge. Um der Fahrzeugsteuerung ein autonomes bzw. teilautonomes Steuern des Kraftfahrzeuges zu ermöglichen, wird eine Vielzahl von Umfeldsensoren (z. B. Lidar-Sensoren, Radar-Sensoren, (Multi-) Kameras, etc. mitsamt weiterer (elektrischer) Komponenten) eingesetzt, die bspw. in das Dachmodul integriert sind, die Umgebung rund um das Kraftfahrzeug erfassen und aus den erfassten Umgebungsdaten bspw. eine jeweilige Verkehrssituation ermitteln. Dachmodule, welche mit einer Vielzahl von Umfeldsensoren ausgestattet sind, sind auch als Roof Sensor Module (RSM) bekannt. Die bekannten Umfeldsensoren senden bzw. empfangen dazu entsprechende elektromagnetische Signale, beispielsweise Laserstrahlen oder Radarstrahlen, wobei durch eine entsprechende Signalauswertung ein Datenmodell der Fahrzeugumgebung generiert, und für die Fahrzeugsteuerung genutzt werden kann. Um die Umfeldsensoren vor schädlichen Umwelteinflüssen, beispielsweise Feuchtigkeit und Luftströmung, zu schützen, sind die Umfeldsensoren zumeist in ein oder mehrere Gehäuse eingebaut, die einen Trockenbereich des Dachmoduls definieren, in den keine Feuchtigkeit eindringen kann.
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Insofern eine Ein- und Ausfahrbarkeit des Umfeldsensors gewährleistet werden soll, um bspw. ästhetischen Aspekten gerecht zu werden und den Umfeldsensor zusätzlich in einem nicht aktiven Zustand vor Umgebungseinflüssen zu schützen, besteht die Problematik, dass ein Eindringen von Feuchtigkeit in das Dachmodul (und in den Dachraum des Fahrzeuges), jedoch vor allem in den Trockenbereich des Dachmoduls verhindert werden muss, um die Funktionsfähigkeit des Umfeldsensors (oder einer Vielzahl von Umfeldsensoren) zu gewährleisten. Hierzu ist oftmals eine komplexe Abdichtung notwendig, die aufwendig in der Montage und Wartung ist.
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Aus der
US 2020/0086833 A1 ist ein Fahrzeug bekannt, an dessen Dach mehrere Sensoren angeordnet sind. Die Sensoren sind zwischen einer eingefahrenen und einer ausgefahrenen Stellung verstellbar. Auch eine Dichtung zur Abdichtung einer jeweiligen Öffnung in der ein jeweiliger Sensor angeordnet ist, ist gezeigt.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Dachmodul vorzuschlagen, das die oben beschriebenen Probleme des vorbekannten Standes der Technik vermindert, und insbesondere eine einfache Abdichtung des Dachmoduls ermöglicht.
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Diese Aufgabe ist durch ein Dachmodul der Lehre des Anspruchs 1 gelöst.
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Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Das erfindungsgemäße Dachmodul zur Bildung eines Fahrzeugdachs an einem Kraftfahrzeug umfasst ein Flächenbauteil, dessen Außenoberfläche zumindest bereichsweise die Dachhaut des Fahrzeugdachs bildet, und eine Öffnung, in der zumindest ein Umfeldsensor angeordnet ist, der zur Erfassung der Fahrzeugumgebung elektromagnetische Signale senden und/oder empfangen kann. Das Dachmodul ist dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Umfeldsensor zwischen einer eingefahrenen Stellung und einer ausgefahrenen Stellung verstellbar ist, und dass an der Öffnung umlaufend eine Dichtung angeordnet ist, der zumindest eine Umfeldsensor eine Abdeckung, die in der eingefahrenen Stellung des zumindest einen Umfeldsensors zur Abdichtung der Öffnung an der Dichtung, vorzugsweise feuchtigkeitsdicht, anliegt, und eine Kontaktfläche umfasst, die in der ausgefahrenen Stellung des zumindest einen Umfeldsensors zur Abdichtung der Öffnung an der Dichtung, vorzugsweise feuchtigkeitsdicht, anliegt. Der Umfeldsensor ist in einem Gehäuse angeordnet. Das Dachmodul ist dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktfläche als ein durchgehender Flächenabschnitt ausgebildet ist, der an einer Unterseite des zumindest einen Gehäuses angeordnet ist, oder dass die Kontaktfläche als Profilabschnitt ausgebildet ist, der an einem Außenumfang des Gehäuses des Umfeldsensors angeordnet ist und über das Gehäuse hervorragt.
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Insbesondere im Falle, wenn der Umfeldsensor ein- oder ausgefahren ist, muss verhindert werden, dass bspw. Regenwasser oder sonstige Feuchtigkeit (Flüssigkeit) in die Öffnung des Dachmoduls eintritt, da ansonsten durch diese Feuchtigkeit Schänden an dem Dachmodul und weiterer Komponenten entstehen könnten. Die Flüssigkeit kann durch die erfindungsgemäße Anordnung der Abdeckung und der Kontaktfläche sowohl in der eingefahrenen Stellung als auch in der ausgefahrenen Stellung des Umfeldsensors sicher durch die Anlage der Abdeckung an der Dichtung (in der eingefahrenen Stellung) bzw. durch die Anlage der Kontaktfläche an derselben Dichtung (in der ausgefahrenen Stellung) abgedichtet werden, so dass ein Flüssigkeitseintritt in das Dachmodul (bspw. in einen Trockenbereich, in dem der Umfeldsensor angeordnet ist) oder den Dachraum des Fahrzeuges verhindert wird. Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Anordnung ist, dass lediglich eine Dichtung notwendig ist, um die Öffnung sowohl in dem eingefahrenen Zustand als auch in dem ausgefahrenen Zustand feuchtigkeitsdicht abzudichten. Derart kann die Abdichtung der Öffnung bauteilseitig kompakt gehalten werden und es werden nur wenige Einzelkomponenten benötigt, so dass die Montage vereinfacht ist. Die Dichtung ist vorzugsweise an einem Randbereich der Öffnung angeordnet und kann bspw. auf den Rand der Öffnung aufgesteckt sein. Die Dichtung ist dabei vorzugsweise einstückig ausgeführt. Bei einer unterbrechungsfreien Ausführung (d. h. bei einer in sich geschlossenen Ausführung der Dichtung) kann keine Feuchtigkeit durch einen Spalt eintreten, so dass eine umfängliche Abdichtung um die Öffnung herum möglich ist. Sowohl die Abdeckung als auch die weitere Kontaktfläche sind vorzugsweise an einem Gehäuse des Umfeldsensors angeordnet oder bilden sogar ein Teil dieses Gehäuses aus. Somit ist es möglich, jeweilige Gegendichtungskontaktflächen zu der Dichtung zum einen mittels Anlage der Abdeckung in dem eingefahrenen Zustand des Umfeldsensors sowie zum anderen mittels Anlage der Kontaktfläche in dem ausgefahrenen Zustand des Umfeldsensors bereitzustellen. Unter „zumindest einen Umfeldsensor“ wird verstanden, dass das Dachmodul ein oder mehrere Umfeldsensoren umfassen kann.
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Das Dachmodul nach der Erfindung kann eine Baueinheit bilden, in der Einrichtungen zum autonomen oder teilautonomen, durch Fahrassistenzsysteme unterstützten Fahren integriert sind und die auf Seiten eines Fahrzeugherstellers als Einheit auf einen Fahrzeugrohbau aufsetzbar ist. Ferner kann das Dachmodul nach der Erfindung als reines Festdach oder auch als Dach mitsamt Dachöffnungssystem ausgebildet sein. Zudem kann das Dachmodul zur Nutzung bei einem Personenkraftwagen oder bei einem Nutzfahrzeug ausgelegt sein. Das Dachmodul kann vorzugsweise als Baueinheit in Form eines Dachsensormoduls (Roof Sensor Modul (RSM)) bereitgestellt sein, in der die Umfeldsensoren vorgesehen sind, um als zulieferbare Baueinheit in einen Dachrahmen einer Fahrzeugkarosserie eingesetzt zu werden.
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Grundsätzlich kann der Umfeldsensor des Sensormoduls des Dachmoduls nach der Erfindung in vielfältiger Weise ausgebildet sein und insbesondere einen Lidar-Sensor, einen Radarsensor, einen optischen Sensor, wie eine Kamera, und/oder dergleichen umfassen. Lidar-Sensoren arbeiten beispielsweise in einem Wellenlängenbereich von 905 nm oder auch von etwa 1.550 nm. Der Werkstoff der Dachhaut in einem Durchsichtsbereich des Umfeldsensors sollte für den von dem Umfeldsensor genutzten Wellenlängenbereich transparent sein, und sollte materialseitig daher in Abhängigkeit der von dem Umfeldsensor genutzten Wellenlänge(n) ausgewählt sein.
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In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Abdeckung von der Kontaktfläche beabstandet an dem Umfeldsensor angeordnet. Dies hat den Vorteil, dass mittels lediglich einer (einzigen) Dichtung ein Abdichten der Öffnung (bzw. eines konstruktions- und funktionsbedingten Spaltes zwischen der Öffnung und dem Umfeldsensor) sowohl in der eingefahrenen als auch in der ausgefahrenen Stellung des Umfeldsensors möglich ist. Die Abdeckung und die Kontaktfläche sind vorzugsweise an einem Gehäuse des Umfeldsensors voneinander beabstandet. Bei der Abdeckung handelt es sich vorzugsweise um einen Deckelteil des Umfeldsensors, mittels dessen die Öffnung in dem eingefahrenen Zustand des Umfeldsensors, vorzugsweise flächenbündig, gegenüber der Dachhaut abschlossen ist. Die Kontaktfläche ist von diese, an einer Oberseite des Gehäuses (in Dachrichtung betrachtet) angeordneten Abdeckung beabstandet an dem Gehäuse angeordnet.
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In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Dichtung eine Schlauchdichtung, die in einem Randbereich der Öffnung angeordnet und vorzugsweise einstückig ausgebildet ist. Bei Schlauchdichtungen handelt es sich um in der Automobiltechnik bekannte Dichtungen, welche sich insbesondere durch eine einfache Montage auszeichnen und beispielsweise auf einen Randbereich der Öffnung aufgesteckt werden können. Eine solche Schlauchdichtung ist vorzugsweise einstückig, d. h., durchgängig (in einem Stück), ausgeführt, so dass sie keinen Spalt aufweist, durch den Feuchtigkeit in ein Inneres der Öffnung eindringen kann. Eine derartige Schlauchdichtung kann beispielsweise auch an einem Randbereich der Öffnung auf diesen Randbereich aufgeklebt oder auf sonstige Weise mit diesem verbunden sein.
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In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Abdeckung und die Kontaktfläche flächenmäßig im Wesentlichen deckungsgleich ausgebildet. Diese Ausführungsform dient insbesondere dazu aufzuzeigen, dass es sich bei der Abdeckung und der Kontaktflächen um ein im Wesentlichen flächengleiches Bauteil handelt, um derart eine Abdichtung der Öffnung gegenüber dem Umfeldsensor sowohl in der eingefahrenen Stellung des Umfeldsensors als auch in der ausgefahrenen Stellung des Umfeldsensors zu ermöglichen. Die Flächengleichheit zwischen der Abdeckung und der Kontaktfläche besteht insbesondere bei einer Schnittbetrachtung in Längsrichtung beziehungsweise Querrichtung dieser Bauteile. Unter der Formulierung „flächenmäßig im Wesentlichen deckungsgleich“ wird vorliegend verstanden, dass ein Querschnitt der Abdeckung sich mit einem Querschnitt der Kontaktfläche nahezu flächenidentisch überdeckt und beispielsweise nur eine geringfügige Abweichung von ± 10 % aufweist. Hierdurch ist eine Abdichtung mit lediglich der einen Dichtung in beiden Stellungen des Umfeldsensors möglich.
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In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Abdeckung als durchgehender Flächenabschnitt ausgebildet, der auf einer Oberseite des Umfeldsensors angeordnet ist und in der eingefahrenen Stellung des Umfeldsensors im Wesentlichen flächenbündig mit der Außenoberfläche des Flächenbauteils abschließt. Die Abdeckung bildet also vorzugsweise einen Deckelteil eines Gehäuses des Umfeldsensors, der auf einer Oberseite des Gehäuses angeordnet beziehungsweise an dieser befestigt ist. Die Abdeckung kann beispielsweise aus einem Blechabschnitt ausgebildet sein, der sich in dem eingefahrenen Zustand des Umfeldsensors mit der die Öffnung umgebenden Dachhaut beziehungsweise dem Flächenbauteil visuell zu einer baulichen Einheit verbindet.
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Erfindungsgemäß ist die Kontaktfläche als ein durchgehender Flächenabschnitt ausgebildet, der an einer Unterseite des Umfeldsensors angeordnet ist. Die Unterseite des Umfeldsensors bzw. des Gehäuses des Umfeldsensors liegt vorzugsweise der Oberseite des Umfeldsensors bzw. des Gehäuses des Umfeldsensors gegenüber. In dieser Ausführungsform ist die Kontaktfläche vorzugsweise gespiegelt (gegebenenfalls um einen Anstellwinkel gedreht) zu der Abdeckung an der Unterseite des Umfeldsensors als durchgehendes Flächenbauteil angeordnet, und schließt beispielsweise das Gehäuse hin zu einer Unterseite des Gehäuses ab.
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Erfindungsgemäß ist die Kontaktfläche als Profilabschnitt ausgebildet, der um den Umfeldsensor herum angeordnet ist. Alternativ zu der Ausgestaltung der Kontaktfläche als durchgehender Flächenabschnitt ist es auch möglich, dass die Kontaktfläche durch ein Profil beziehungsweise einen Profilabschnitt ausgebildet ist, der bspw. an einem Außenumfang des Gehäuses des Umfeldsensors angeordnet ist und über das Gehäuse hervorragt (bzw. aus diesem auskragt). In dieser Ausgestaltung bildet die Kontaktfläche mitsamt einer Dimensionierung des Gehäuses in einer Längen- und Breitenrichtung, im Querschnitt betrachtet, eine durchgängige Fläche (die Gegendichtungsfläche), die vorzugsweise im Wesentlichen deckungsgleich mit der Fläche der Abdeckung ausgebildet ist. Somit kann eine Abdichtung der Öffnung in der eingefahrenen Stellung als auch in der ausgefahrenen Stellung des Umfeldsensors auch mittels der Abdeckung sowie eines davon beabstandeten Profilabschnittes bereitgestellt werden, der an dem Gehäuse des Umfeldsensors vorgesehen ist.
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In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Umfeldsensor zwischen der eingefahrenen Stellung und der ausgefahrenen Stellung um eine Drehachse drehbar. In dieser Ausgestaltung kann der Umfeldsensor also beispielsweise durch eine (reine) Drehung um die Drehachse von der eingefahrenen Stellung in die ausgefahrene Stellung verstellt werden, wobei hierzu vorzugsweise ein Aktuator (z. B. ein Elektromotor) mit dem Umfeldsensor zusammenwirkt.
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In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Abdeckung gegenüber der Kontaktfläche um einen Winkel geneigt, der im Wesentlichen einem Drehwinkel des Umfeldsensors um die Drehachse bei dem Verstellen von der eingefahrenen Stellung in die ausgefahrene Stellung entspricht. Unter der Formulierung „im Wesentlichen“ wird vorliegend verstanden, dass der Winkel, um denen die Kontaktfläche gegenüber der Abdeckung geneigt ist vorzugsweise um lediglich ± 10 % von dem Drehwinkel des Umfeldsensors um die Drehachse abweicht. In dieser Ausgestaltung ist die Kontaktfläche also nicht parallel zu der Abdeckung an dem Umfeldsensor angeordnet, sondern gegenüber dieser um einen Winkel geneigt. Durch diese Neigung der Kontaktfläche gegenüber der Abdeckung ist es möglich, den Umfeldsensor sowohl in der eingefahrenen Stellung als auch in der ausgefahrenen Stellung mittels lediglich einer Dichtung abzudichten, obwohl sich der Umfeldsensor um die Drehachse um einen vorbestimmten Winkel dreht.
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In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Umfeldsensor zwischen der eingefahrenen Stellung und der ausgefahrenen Stellung entlang einer Bewegungsachse (d. h., translatorisch) verfahrbar und/oder um eine Drehachse drehbar. Der Umfeldsensor kann von der eingefahrenen Stellung in die ausgefahrene Stellung also auch mittels eines anderen Bewegungsablaufes als eine reine Drehung bewegt werden. So ist es bspw. auch möglich, dass der Umfeldsensor entlang einer Bewegungsachse (d. h., translatorisch) verfahren wird. Ebenfalls ist es möglich, dass der Umfeldsensor sowohl eine Drehbewegung als auch eine Linearbewegung ausführt, um von der eingefahrenen Stellung in die ausgefahrene Stellung (und umgekehrt) zu gelangen.
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In einer bevorzugten Ausführungsform entspricht ein Abstand zwischen der Abdeckung und der Kontaktfläche an dem Umfeldsensor im Wesentlichen einem Abstand, um den der Umfeldsensor zwischen der eingefahrenen Stellung und der ausgefahrenen Stellung entlang der Bewegungsachse (d. h., translatorisch) verfahren wird. Unter der Formulierung „im Wesentlichen“ wird vorliegend verstanden, dass der Abstand, um denen die Kontaktfläche gegenüber der Abdeckung beabstandet ist vorzugsweise um lediglich ± 10 % von dem Abstand abweicht, um den der Umfeldsensor entlang der Bewegungsachse (d. h., translatorisch) verfahren wird. Im Falle, dass sich der Umfeldsensor von der eingefahrenen Stellung in die ausgefahrene Stellung lediglich entlang einer Bewegungsachse linear (auf- und ab) bewegt, sind die Abdeckung und die Kontaktfläche vorzugsweise parallel zueinander ausgerichtet, jedoch um den Verstellhub, den der Umfeldsensor zwischen den Stellungen entlang der Bewegungsachse hat, voneinander beabstandet. Bei einer komplexeren Bewegung des Umfeldsensors (z B. einer Mischbewegung aus Drehung und Linearbewegung) können die Abdeckung und die Kontaktfläche sowohl um einen vorbestimmten Abstand (der im Wesentlichen einer Distanz der Linearbewegung entspricht) als auch um einen Winkel (der im Wesentlichen einem Drehwinkel der Drehbewegung entspricht) an dem Umfeldsensor bzw. an dessen Gehäuse angeordnet sein.
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Welche Art von Umfeldsensor in das Dachmodul eingebaut ist, ist grundsätzlich beliebig. Besonders vorteilhaft ist die erfindungsgemäß vorgesehene Kühlung im Dachmodul bei Verwendung von Lidar-Sensoren und/oder Radar-Sensoren und/oder Kamera-Sensoren und/oder Multikamera-Sensoren.
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Es versteht sich, dass die zuvor genannten und nachstehend noch zu erläuternden Ausführungsformen und Ausführungsbeispiele nicht nur einzeln, sondern auch in beliebiger Kombination miteinander ausbildbar sind, ohne den Umfang der vorliegenden Erfindung zu verlassen. Zudem beziehen sich sämtliche Ausführungsformen und Ausführungsbeispiele des Dachmoduls vollumfänglich auf ein Kraftfahrzeug, dass ein solches Dachmodul aufweist.
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Eine Ausführungsform der Erfindung ist in der Zeichnung schematisiert dargestellt und wird nachfolgend beispielhaft erläutert. Es zeigt:
- 1 eine perspektivische Ansicht eines Fahrzeugdaches mit einem erfindungsgemäßen Dachmodul;
- 2 ein erstes Ausführungsbeispiel eines Sensormoduls bei eingefahrenem Umfeldsensor; und
- 3 das erste Ausführungsbeispiel eines Sensormoduls bei ausgefahrenem Umfeldsensor.
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In 1 ist ein Fahrzeugdach 100 dargestellt, das ein Dachmodul 10 umfasst. Das Dachmodul 10 umfasst ein Flächenbauteil 12 zur Bildung der Dachhaut 14 des Fahrzeugdaches 100 eines Fahrzeugs (nicht komplett gezeigt). In einem frontseitigen, mittleren Dachbereich des Fahrzeugdaches 100 bzw. des Dachmoduls 10, betrachtet in einer Fahrzeuglängsrichtung x, befindet sich eine Öffnung 16, in der ein Umfeldsensor 18 angeordnet ist. Die Öffnung 16 bzw. der Umfeldsensor 18 sind mittig (in Fahrzeugbreitenrichtung y) unmittelbar hinter einem vorderen Querholm 102, der einen dachseitigen Windlauf des Fahrzeuges definiert, angeordnet.
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Das Dachmodul 10 ist als Baueinheit in einen Dachrahmen 104 einer Fahrzeugkarosserie 200 eingesetzt und weist selbst eine Rahmenstruktur 103 auf, mit der die Montage des Dachmoduls 10 an dem Dachrahmen 104 gewährleistet ist. Der Dachrahmen 104 wird durch zumindest zwei der Querholme 102 (front- und heckseitig) sowie zumindest zwei sich in der Fahrzeuglängsrichtung x erstreckende Längsholme 106 gebildet. In anderen Ausführungsbeispielen kann das Dachmodul 10 bspw. auch als Panoramadach mit einer Durchsichtsöffnung für den Fahrgastbereich ausgeführt sein.
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Der Umfeldsensor 18 (bspw. ein Lidar-Sensor) ist zwischen einer eingefahrenen Stellung und einer ausgefahrenen Stellung, bspw. um eine Drehachse 20 des Umfeldsensors, verstell- bzw. verdrehbar (siehe 2 und 3). In 1 ist der Umfeldsensor 18 in der ausgefahrenen Stellung dargestellt. Die Verstellbarkeit des Umfeldsensors 18 von der eingefahrenen in die ausgefahrene Stellung und umgekehrt ist vorzugsweise mittels eines elektrischen Antriebes (nicht gezeigt) bereitgestellt. In anderen Ausführungsformen kann der Umfeldsensor 18 bspw. mittels einer reinen Linearbewegung von der eingefahrenen Stellung in die ausgefahrene Stellung verstellt werden. Auch eine Kombination aus einer Drehbewegung und einer Linearbewegung ist möglich.
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Der Umfeldsensor 18 ist dazu ausgebildet, bspw. mittels einer Auswerte- und Steuereinheit, eine Fahrzeugumgebung um das Fahrzeug herum mittels elektromagnetischer Signale zu erfassen. Hierfür ist der Umfeldsensor 18 dazu ausgerichtet in einem Sichtfeld des Umfeldsensors 18, das sich kegelförmig um eine optische Achse 22 des Umfeldsensors 18 erstreckt, zu senden und/oder zu empfangen.
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Um ein Eindringen von (Regen-) Wasser in die Öffnung 16 zu verhindern, was Schäden an dem Umfeldsensor 10 und/oder weiteren elektrischen Komponenten sowie im Innenraum des Fahrzeuges hervorrufen könnte, weist das Dachmodul 10 eine Dichtung 24 auf, die vorliegend als Schlauchdichtung ausgebildet ist. Die Dichtung 24 ist einstückig ausgebildet und in einem Randbereich der Öffnung 16 angeordnet, bspw. auf diesen aufgesteckt. Die Dichtung 24 umläuft die Öffnung 16 entlang ihres Außenumfangs (was in den 2 und 3 lediglich in der Schnittansicht erkennbar ist). Die Dichtung 24 bildet eine Primärdichtung aus, mittels derer das Eindringen von Feuchtigkeit in die Öffnung 16 in dem eingefahrenen Zustand als auch in dem ausgefahrenen Zustand verhindert wird. Ferner können auch noch Sekundärdichtungen vorgesehen sein, auf die jedoch vorliegend nicht näher eingegangen werden soll.
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Der Umfeldsensor 18 umfasst vorliegend ein Gehäuse 26, in dessen Inneren der Umfeldsensor 18 angeordnet ist. Das Gehäuse 26 bildet einen Trockenbereich aus, innerhalb dessen der Umfeldsensor 18 vor Feuchtigkeit geschützt ist. An dem Gehäuse 26 ist eine Abdeckung 28 angeordnet, die vorliegend über einen ersten Profilabschnitt 30, der auf einer Oberseite 32 des Gehäuses 26 montiert ist, an dem Gehäuse 26 fixiert ist. Die Abdeckung 28 ist ferner über einen zweiten Profilabschnitt 34 mit der Dachrahmenstruktur 103 drehbar verbunden, so dass sich der Umfeldsensor 18 von der eingefahrenen Stellung in die ausgefahrene Stellung um die Drehachse 20 drehen kann. Die Abdeckung 28 bildet einen als durchgehenden Flächenabschnitt ausgebildeten Deckelteil des Gehäuses 26 aus, der in dem eingefahrenen Zustand des Umfeldsensors 18 flächenbündig mit der Dachhaut 14 abschließt (siehe 2).
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Ferner umfasst der Umfeldsensor 18 eine Kontaktfläche 36, die vorliegend als dritter Profilabschnitt 38 ausgebildet ist, der um den Umfeldsensor 18 herum angeordnet ist. Der dritte Profilabschnitt 38 ist vorliegend an einem unteren Seitenbereich des Gehäuses 26 angeordnet. Die Abdeckung 28 ist von der Kontaktfläche 36 beabstandet an dem Umfeldsensor 18 bzw. an dessen Gehäuse 26 angeordnet. Die Abdeckung 28 und die Kontaktfläche 36 sind flächenmäßig im Wesentlichen deckungsgleich ausgebildet. Die Abdeckung 28 dient dazu, die Öffnung 16 in der eingefahrenen Stellung des Umfeldsensors 18 durch ein feuchtigkeitsdichtes Anliegen an der Dichtung 24 abzudichten. Die Kontaktfläche 36 dient dazu, die Öffnung 16 in der ausgefahrenen Stellung des Umfeldsensors 18 durch ein feuchtigkeitsdichtes Anliegen an der Dichtung 24 abzudichten.
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Die Abdeckung 28 ist gegenüber der Kontaktfläche 36 um einen Winkel geneigt an dem Seitenbereich des Gehäuses 26 angeordnet. Der Neigungswinkel entspricht hierbei im Wesentlichen einem Drehwinkel des Umfeldsensors 18 um die Drehachse 20 bei dem Verstellen von der eingefahrenen Stellung in die ausgefahrene Stellung (siehe den Drehwinkel zwischen den 2 und 3).
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Dachmodul
- 12
- Flächenbauteil
- 14
- Dachhaut
- 16
- Öffnung
- 18
- Umfeldsensor
- 20
- Drehachse des Umfeldsensors
- 22
- optische Achse des Umfeldsensors
- 24
- Dichtung
- 26
- Gehäuse
- 28
- Abdeckung
- 30
- erster Profilabschnitt
- 32
- Oberseite des Gehäuses
- 34
- zweiter Profilabschnitt
- 36
- Kontaktfläche
- 38
- dritter Profilabschnitt
- 100
- Fahrzeugdach
- 102
- Querholm
- 103
- Rahmenstruktur
- 104
- Dachrahmen
- 200
- Fahrzeugkarosserie