-
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Bauteils mit einem beleuchtbaren Symbol, wobei das Bauteil für eine Bedieneinrichtung eines Kraftfahrzeugs ausgestaltet ist. Hierzu wird ein lichtdurchlässiger Kunststoff mit einer Blendeneinrichtung zum Beispiel beschichtet. Die Erfindung betrifft ebenfalls eine Bedieneinrichtung, die ein entsprechendes Bauteil aufweist, das beispielsweise als Abdeckung oder Kappe der Bedieneinrichtung ausgestaltet sein kann. Die Erfindung betrifft ebenfalls ein entsprechend ausgestattetes Kraftfahrzeug.
-
Während Komfort und Fahrsicherheit in Kraftfahrzeugen immer wichtiger werden, werden auch die Ansprüche an eine entsprechende Komfortelektronik und eine entsprechende Bedieneinrichtung immer höher, zum Beispiel durch häufigeres Benutzen der Bedieneinrichtung. Eine Bedieneinrichtung ist dabei ein Gerät oder eine Gerätekomponente, die dazu ausgelegt ist, eine Bedienhandlung eines Benutzers zu empfangen und in ein elektronisches Signal umzuwandeln. Eine solche Bedieneinrichtung kann beispielsweise einen Taster, Drehsteller oder eine Tastenleiste umfassen, und wird in der Regel durch häufiges Benutzen stark beansprucht. Die Anforderungen an eine Robustheit beispielsweise einer Abdeckung einer Tastenleiste sind bei einer häufigen Benutzung sehr hoch. Eine solche Abdeckung kann beispielsweise ein Symbol oder mehrere Symbole zum Beschreiben einer Funktion einer Komfortelektronik, die mit der Bedieneinrichtung bedient werden kann, aufweisen. Um den Fahrer zu informieren, ob eine bestimmte Komfortelektronik gerade aktiviert oder deaktiviert ist, werden häufig beleuchtbare Symbole verwendet, die in einem aktiven Status der entsprechenden Komfortelektronik leuchten können. Bei einem Deaktivieren kann dann das Licht der Bedieneinrichtung ausgeschaltet werden, so dass das Symbol nicht mehr leuchtet.
-
Liegen verschiedene Taster mit beleuchtbaren Symbolen beispielsweise in einer Tastenleiste nebeneinander, so können dadurch direkt nebeneinander dargestellte Symbole verschiedener Komfortelektroniken nur mit einem leicht sichtbaren, das heißt ausgedünnten, Bereich um das Symbol dargestellt werden. Mit anderen Worten erfolgt ein Quertransport des Lichtes des einen Tasters in den Bereich eines anderen Tasters, so dass ein separates Beleuchten von Symbolen nicht umgesetzt werden kann und ein unschöner Rand entsteht. Weiterhin kann ein Benutzer des Kraftfahrzeugs schlecht feststehen, ob eine Funktion einer Komfortelektronik an- oder ausgeschaltet ist, oder ob er lediglich das Streulicht eines benachbarten Tasters sieht. Mit gängigen Methoden wird bisher noch keine technische Lösung bereitgestellt, um diese Nachteile zu beheben. Besonders schwierig gestaltet sich eine Beleuchtung von einzelnen Tastern, wenn eine Folie verwendet wird, die die Symbole aufgedruckt hat. Hierbei kommt es zu einer besonders hohen Querlichtverteilung und einem sehr starken Lecklichteffekt.
-
Aus der
DE 10 2004 009 208 A1 ist ein Beleuchtungssystem für Anzeigen in Fahrzeugen bekannt, wobei eine Symbolik eines hinterleuchteten Bedienelement mit einem lichtdurchlässigen Kunststoff hinterspritzt wird. Die Symbolik wird dabei beispielsweise durch Siebdruck rückseitig aufgebracht. Dabei befinden sich eine oder mehrere Lichtquellen in jeweils einer Kaverne hinter dem zu beleuchtenden Symbol. Mit anderen Worten wird das Symbol aus der Kaverne oder Lichtkammer beleuchtet und hindert das Licht an der Stelle des Symbols daran, durch die lichtdurchlässige Abdeckung hindurch zu strahlen. Bei diesem Verfahren kommt es jedoch zu einem hohen Maße an Streulicht, also zu einer hohen Querlichtverteilung.
-
Die
DE 10 2009 041 243 A1 schlägt vor, eine lichtundurchlässige Schicht mit einer lichtdurchlässigen Schicht zu kombinieren. Ein solcher Formkörper weist eine bedruckte Folie auf, die mit einem transparenten Kunststoff hinterspritzt wird. Als Randbegrenzung des gesamten Beleuchtungsaufbaus kann die lichtundurchlässige Schicht jedoch nur verhindern, dass aus dem Gerät Licht austritt. Die Problematik, nebeneinander liegende Symbole separat und unabhängig voneinander zu beleuchten wird durch das genannte Dokument vorgeschlagene Verfahren nicht behoben.
-
Ein weiteres Kunststoffteil und entsprechendes Herstellungsverfahren wird von der
DE 10 2012 003 412 A1 vorgeschlagen, wobei eine bedruckte Folie mit einer transluzenten Kunststoffmasse für ein Kunststoffteil hinterspritzt wird. Auch hierdurch wird die oben angesprochene Problematik nicht gelöst.
-
Aus der
DE 10 2004 029 248 A1 ist ein Beleuchtungssystem für eine Anzeige bekannt, wobei ein Träger mit einem Leuchtmittel ausgestattet ist und wobei ein Lichtleiter das Licht des Leuchtmittels zu einem Abdeckelement führt. Die
DE 10 2012 221 639 A1 beschreibt eine weitere Anzeigevorrichtung für eine Balkenanzeige mit einem Lichtleiter.
-
Die eingangs geschilderte Problematik wird vom Stand der Technik nicht aufgegriffen und die genannten Nachteile werden nicht behoben.
-
Eine der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe ist das Ermöglichen eines separaten Beleuchtens nebeneinander liegender Symbole in einer Bedieneinrichtung.
-
Die Aufgabe wird von dem erfindungsgemäßen Verfahren und den erfindungsgemäßen Vorrichtungen gemäß den unabhängigen Patentansprüchen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Unteransprüche gegeben.
-
Die Erfindung basiert auf der Idee, Lichtabschottungen in einer ersten hinterspritzten Komponente, das heißt in einer lichtdurchlässigen Komponente, auszunehmen. Hierdurch wird ein Streuschutz bereitgestellt, das heißt die Ausnehmungen unterbrechen das Leiten von Licht innerhalb eines Anteils des lichtdurchlässigen Kunststoffs, der von dem Streuschutz flankiert oder begrenzt wird. Hierdurch wird eine separate Beleuchtung von einzelnen Symbolen ermöglicht. Der Bereich um das Symbol dünnt nicht oder kaum aus.
-
Das erfindungsgemäße Verfahren dient zum Herstellen eines Bauteils mit mindestens einem beleuchtbaren Symbol, wobei das Bauteil für eine Bedieneinrichtung eines Kraftfahrzeugs ausgestaltet ist. In einem ersten Verfahrensschritt erfolgt das Anordnen einer lichtundurchlässigen Blendeneinrichtung, die einen Lichtdurchlass aufweist, der das Symbol formt, an einer Vorderseite eines ersten Werkstücks aus einem lichtdurchlässigen und/oder lichtleitenden Material. Vorzugsweise kann die Blendeneinrichtung mindesten einen Lichtdurchlass aufweisen, insbesondere mindestens zwei Lichtdurchlässe. Die Blendeneinrichtung ist dabei eine Teilkomponente des Bauteils, die beispielsweise aus einem geschwärzten Kunststoff bestehen kann. Der Lichtdurchlass bewirkt einen Blendeneffekt.
-
Es wird ein Streuschutzelement an einer der Vorderseite gegenüberliegenden Rückseite des ersten Werkstücks erzeugt, wobei das Streuschutzelement als Vertiefung ausgestaltet ist. Vorzugsweise wird mindestens ein Streuschutzelement erzeugt, insbesondere mindestens zwei Streuschutzelemente. Das Streuschutzelement ist ein Element oder Anteil oder Bereich des Werkstücks, das durch das zumindest teilweise Unterbrechen eines Körpers des ersten Werkstücks einen Lichtstrahl abschottet, der durch das lichtdurchlässige und/oder lichtleitende Material des ersten Werkstücks geleitet oder durchgelassen wird. Das Streuschutzelement kann dabei beispielsweise als eingefräste Vertiefung oder Ausbuchtung ausgestaltet sein.
-
Es erfolgt ein Bereitstellen eines weiteren Werkstücks aus einem lichtundurchlässigen Material, beispielsweise aus einem lichtundurchlässigen Kunststoffgemisch, wobei das weitere Werkstück ein Stabilisierungselement und einen Lichtdurchlass aufweist. Vorzugsweise kann das weitere Werkstück mindestens ein Stabilisierungselement aufweisen, insbesondere mindestens zwei Stabilisierungselemente. Das weitere Werkstück kann alternativ zu einem Lichtdurchlass mindestens einen Lichtdurchlass aufweisen, insbesondere mindestens zwei Lichtdurchlässe. Das Stabilisierungselement ist dabei ein Element oder Bereich oder Anteil des weiteren Werkstücks, das bei einem passförmigen Einbringen in das Streuschutzelement eine stabilisierende Wirkung ausübt. Ein solches Stabilisierungselement kann beispielsweise als Keil ausgestaltet sein.
-
Es erfolgt ein Anordnen des weiteren Werkstücks an die Rückseite des ersten Werkstücks, so dass der Lichtdurchlass des weiteren Werkstücks, ein Anteil des Werkstücks, der von dem Stabilisierungselement flankiert oder begrenzt wird, und der Lichtdurchlass der Blendeneinrichtung einen Strahlengang oder eine Strahlenkammer oder eine Lichtkammer für einen Lichtstrahl bereitstellen und sich das Stabilisierungselement in das Streuschutzelement passförmig einfügt.
-
Als Strahlengang wird dabei ein geometrischer Verlauf für einen Lichtstrahl angesehen. Mit anderen Worten kann der Strahlengang auch als Wegstrecke, die für einen Lichtstrahl bereitgestellt wird, verstanden. Der von dem weiteren Werkstück, dem Stabilisierungselement und dem entsprechenden Anteil der Blendeneinrichtung begrenzte Anteil des Bauteils, in dem der Strahlengang verläuft, kann als Strahlenkammer oder Lichtkammer bezeichnet werden.
-
Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird ein stabiles Bauteil bereitgestellt, das ein separates Beleuchten eines Symbols ermöglicht. Ein Lichtstrahl, der durch den Lichtdurchlass des weiteren Werkstücks in den von dem Stabilisierungselement flankierten Anteil des ersten Werkstücks eingespeist wird und damit den Anteil des ersten Werkstücks mit Licht beaufschlagt, wird sowohl durch das Stabilisierungselement, als auch durch das Streuschutzelement, daran gehindert, von dieser Strahlenkammer in eine benachbarte Strahlenkammer zu überstrahlen. Der Lichtstrahl tritt somit nur durch den Lichtdurchlass der Blendeneinrichtung aus. Somit kann eine durchgängige Fläche des Bauteils mit mehreren Strahlenkammern, jedoch ohne Fugen, bereitgestellt werden. In jeder der Strahlenkammern ist ein separates Beleuchten des durch den Lichtdurchlass der Blendeneinrichtung geformten Symbols möglich.
-
Gemäß einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens kann das Anordnen der Blendeneinrichtung durch Hinterspritzen der Blendeneinrichtung mit dem ersten Werkstück erfolgen, wobei die Blendeneinrichtung als Folie ausgestaltet sein kann. Hiermit kann in einem einzigen arbeitssparenden Arbeitsschritt die Blendeneinrichtung mit dem ersten Werkstück verbunden und gegebenenfalls die Blendeneinrichtung geformt werden.
-
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens weist dieses den Schritt des Bereitstellens mindestens eines Rastelements an dem weiteren Werkstück an einer dem ersten Werkstück abgewandten Oberfläche des weiteren Werkstücks auf. Ein Rastelement ist dabei ein Element oder Bereich oder Anteil des weiteren Werkstücks, das beispielsweise als Nocke oder Zahn ausgestaltet sein kann und mit beispielsweise einem entsprechenden Gegenstück eines Gehäuses einer Bedieneinrichtung einfach verklipst werden kann. Ein Bauteil, das mithilfe eines solchen Verfahrens hergestellt sein kann, kann nach der Fertigstellung direkt an beispielsweise ein Gehäuse der Bedieneinrichtung angebracht werden, so dass kein weiterer Arbeitsschritt zum Verbinden des beispielhaften Gehäuses mit dem Bauteil notwendig wird. Auch werden keine zusätzlichen Verbindungselemente gebraucht, wie beispielsweise eine Klammer oder eine Halterung.
-
Das Anordnen des weiteren Werkstücks kann durch Hinterspritzen des ersten Werkstücks erfolgen. Vorzugsweise besteht das weitere Werkstück dabei zumindest teilweise aus einem Kunststoff. Hierdurch wird das erfindungsgemäße Verfahren sehr vereinfacht.
-
Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren kann gemäß einer weiteren Ausführungsform ein weiterer Strahlengang oder Strahlenkammer oder Lichtkammer durch einen weiteren Lichtdurchlass des weiteren Werkstücks, einen weiteren Anteil des ersten Werkstücks, der von einem weiteren Stabilisierungselement flankiert werden kann, und einem weiteren Lichtdurchlass der Blendeneinrichtung bereitgestellt werden. Mit anderen Worten kann mit dem erfindungsgemäßen Verfahren mindestens ein weiterer Strahlengang oder eine weitere Lichtkammer oder eine weitere Strahlenkammer in dem Bauteil bereitgestellt werden. Hierdurch lassen sich beispielsweise eine Tastenleiste ohne Fugen herstellen.
-
Die oben gestellte Aufgabe wird ebenfalls gelöst von einem Bauteil, das nach einem Verfahren gemäß einer der oben beschriebenen Ausführungsformen hergestellt ist, gelöst, wobei das Bauteil mindestens zwei Stabilisierungselemente des weiteren Werkstücks, mindestens zwei Lichtdurchlässe der Blendeneinrichtung und mindestens zwei Lichtdurchlässe des weiteren Werkstücks aufweist. Dabei stellt jeweils einer der mindestens zwei Lichtdurchlässe der Blendeneinrichtung und jeweils einer der mindestens zwei Lichtdurchlässe des weiteren Werkstücks mit jeweils einem durch eines der mindestens zwei Stabilisierungselemente flankierten Anteil des weiteren Werkstücks einen weiteren Strahlengang bereit. So ergeben sich die oben genannten Vorteile.
-
Die oben gestellte Aufgabe wird ebenfalls gelöst durch eine erfindungsgemäße Bedieneinrichtung, die ein Bauteil aufweist, das gemäß einem Verfahren gemäß einer der oben beschriebenen Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellt ist, oder aufweisend ein Bauteil gemäß einer Ausführungsform, wie sie bereits oben beschrieben wurde. Es ergeben sich die bereits genannten Vorteile.
-
Vorzugsweise ist die Bedieneinrichtung als Tastenleiste oder Taster oder Drehsteller ausgestaltet. Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann die Bedieneinrichtung ein Leuchtelement aufweisen, also ein Element, das Licht abgeben kann, beispielsweise eine LED, das an einer dem ersten Werkstück abgewandten Seite des weiteren Werkstücks und an einem Lichtdurchlass des weiteren Werkstücks angeordnet ist. An jedem der Strahlengänge, also an jeder Strahlenkammer, kann ein Leuchtelement angeordnet sein. Das jeweilige Leuchtelement beaufschlagt dann über den jeweiligen Lichtdurchlass des weiteren Werkstücks den entsprechenden Anteil des ersten, lichtdurchlässigen und/oder lichtleitenden Werkstücks mit Licht. Alternativ kann in dem Innenraum zum Beispiel ein Leuchtstreifen oder ein Lichtleiter angeordnet sein.
-
Die oben gestellte Aufgabe wird mit den oben genannten Vorteilen ebenfalls durch ein Kraftfahrzeug gelöst, das vorzugsweise als Kraftwagen, wie beispielsweise ein Personenkraftwagen, ausgestaltet sein kann. Das erfindungsgemäße Kraftfahrzeug weist eine Bedieneinrichtung gemäß einer der oben beschriebenen Ausführungsformen auf.
-
Die Erfindung wird anhand der beigefügten Zeichnungen noch einmal durch konkrete Ausführungsbeispiele näher erläutert. Bei den im Folgenden erläuterten Ausführungsbeispielen handelt es sich um bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung. Bei den Ausführungsbeispielen stellen aber die beschriebenen Komponenten der Ausführungsformen jeweils einzelne, unabhängig voneinander zu betrachtende Merkmale der Erfindung dar, welche die Erfindung jeweils auch unabhängig voneinander weiterbilden und damit auch einzeln oder in einer anderen als der gezeigten Kombination als Bestandteil der Erfindung anzusehen sind. Des Weiteren sind die beschriebenen Ausführungsformen auch durch weitere der bereits beschriebenen Merkmale der Erfindung ergänzbar. Funktionsgleiche Elemente weisen in den Figuren dieselben Bezugszeichen auf. Es zeigt:
- 1 eine schematische Skizze zu einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens, und eine schematische Skizze zu einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bauteils, und
- 2 eine schematische Skizze zu einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs mit einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bedieneinrichtung.
-
Die 1 veranschaulicht das Prinzip des erfindungsgemäßen Verfahrens anhand eines ersten Ausführungsbeispiels. Die 1 zeigt dabei eine bereitgestellte Blendeneinrichtung 10, die beispielsweise als Blendenfolie ausgestaltet sein kann. Die Blendeneinrichtung 10 weist dabei beispielsweise zwei Lichtdurchlässe 12 auf, die beispielsweise durch einen transparenten Anteil der Blendeneinrichtung 10 gebildet werden und als Lichtfenster ausgestaltet sein können. Die beispielhafte Blendenfolie kann beispielsweise zumindest teilweise aus einem bedruckten Kunststoff, zum Beispiel aus Polycarbonat (PC), Polymethylmethacrylat (PMMA) oder einem anderen geeigneten Kunststoff bestehen. Die bedruckten Anteile sind dabei in der 1 schraffiert dargestellt. Der bedruckte, also lichtundurchlässige Anteil der Blendeneinrichtung 10 ist dabei größer als der Anteil der transparenten Lichtdurchlässe 12. Das Bedrucken der Blendeneinrichtung 10 kann durch ein dem Fachmann bekanntes Verfahren erfolgen und die beispielhafte Blendenfolie kann beispielsweise eine Antireflexschicht aufweisen (in der 1 nicht gezeigt). Für das Bedrucken kann beispielsweise ein schwarzer Lack verwendet werden. Alternativ kann zum Beispiel ein lichtundurchlässiger Kunststoff verwendet werden. Die beispielhafte Folie kann eine Dicke in einem Bereich von beispielsweise 0,15 Millimeter bis 0,8 Millimeter aufweisen. Weist das spätere Bauteil zum Beispiel eine sehr große Oberfläche auf, so kann eine Folie mit einer Dicke von 0,8 Millimeter verwendet werden. Bei einem Bauteil mit einer geringeren Oberfläche kann vorzugsweise eine dünnere Folie, beispielsweise mit einer Dicke von 0,15 Millimeter, verwendet werden.
-
In einem ersten Verfahrensschritt S1 wird die lichtundurchlässige Blendeneinrichtung 10 an einer Vorderseite eines ersten Werkstücks 14 angeordnet. Das erste Werkstück 14 besteht dabei zumindest teilweise, vorzugsweise vollständig, aus einem lichtdurchlässigen und/oder lichtleitenden Material, zum Beispiel aus Plexiglas. In beispielsweise einem Spritzgusswerkzeug kann dann die Blendeneinrichtung 10 eingelegt und mit dem Kunststoff hinterspritzt werden. Durch den Druck des eingespritzten Kunststoffes kann die Blendeneinrichtung 10 dann geformt werden. Alternativ kann die Blendeneinrichtung 10, insbesondere falls diese als Folie ausgestaltet ist, in einem ersten Arbeitsschritt in beispielsweise einem Tiefziehwerkzeug geformt werden, danach kann die geformte Blendeneinrichtung 10 in das Spritzgießwerkzeug eingelegt werden.
-
In einem Verfahrensschritt S2 wird dann mindestens ein Streuschutzelement 16 an einer der Vorderseite gegenüberliegenden Rückseite des ersten Werkstücks 14 erzeugt. Im Beispiel der 1 wird dabei das Streuschutzelement 16 nach dem Anordnen der lichtundurchlässigen Blendeneinrichtung 10 an dem lichtdurchlässigen und/oder lichtleitenden ersten Werkstück 14 erzeugt (S2). Alternativ kann jedoch vorgesehen sein, dass das Streuschutzelement 16 oder die Streuschutzelemente 16 vor dem Anordnen der Blendeneinrichtung 10 an dem ersten Werkstück 14 erzeugt werden. Das Streuschutzelement 16 ist als Vertiefung ausgestaltet. Im Beispiel der 1 ist das Streuschutzelement 16 als passförmige Vertiefung für ein als beispielsweise Sägezahn ausgestaltetes Gegenstück ausgestaltet. Das Streuschutzelement 16 kann jedoch alternativ eine andere Form aufweisen, beispielsweise die Form einer Vertiefung für einen Stift. Das Streuschutzelement 16 kann beispielsweise durch Fräsen oder Lasern erzeugt werden. Ein in das erste Werkstück 14 eingespeister Lichtstrahl (in der 1 nicht gezeigt) kann durch das Material des ersten Werkstücks 14 strahlen oder geleitet werden, dessen Ausbreitung wird jedoch durch das Streuschutzelement 16 nahezu vollständig gestoppt. Mit anderen Worten kann sich der Lichtstrahl in einem ersten Anteil 18 des ersten Werkstücks 14, der im Beispiel der 1 von zwei Streuschutzelementen 16 flankiert oder begrenzt wird, ausbreiten, jedoch nicht in einem weiteren Anteil 20, der im Beispiel der 1 von einem anderen Paar an Streuschutzelementen 16 begrenzt wird. Das Streuschutzelement 16 ist dabei so angeordnet, dass es nicht direkt an einem Lichtdurchlass 12 der Blendeneinrichtung 10 liegt, sondern, von dem ersten Werkstück 14 der 1 aus gesehen, seitlich versetzt ist. Mit anderen Worten wird jeder Anteil 18, 20 des ersten Werkstücks 14 von beispielhaft zwei Streuschutzelementen 16 flankiert und weist einen Lichtdurchlass 12 auf, das von den Streuschutzelementen 16 beabstandet angeordnet ist. Dadurch kann der Lichtstrahl, der sich durch den Anteil 18 ausbreitet, auch durch den Lichtdurchlass 12 gelangen und damit als leuchtendes Symbol erscheinen.
-
Ein weiteres Werkstück 22 wird bereitgestellt, das vorzugsweise aus einem lichtundurchlässigen Material besteht, beispielsweise aus einem Kunststoffgemisch von Polycarbonat und Polymethylmethacrylat (in der 1 geschwärzt dargestellt). Das weitere Werkstück 22 weist mindestens ein Stabilisierungselement 24 auf, das vorzugsweise passförmig zu einem Streuschutzelement 16 ausgestaltet sein kann. Im Beispiel der 1 kann dementsprechend jedes Stabilisierungselement 24 beispielhaft als Sägezahn ausgestaltet sein. Alternativ kann das Stabilisierungselement 24 als Haken oder Nocke ausgestaltet sein, wobei dann das Streuschutzelement 16 als entsprechende Vertiefung ausgestaltet sein kann. Mit anderen Worten können das Stabilisierungselement 24 und das Streuschutzelement 16 derart ausgestaltet sein, dass sie ineinander greifen.
-
Mithilfe der Rastelemente 26 kann das Bauteil 28 also befestigt werden, jedoch auch weiterverarbeitet werden, indem zum Beispiel über die Rastelemente 26 ein Kontakt zu einem Aktor des Kraftfahrzeugs oder der Bedienung hergestellt wird, wobei der Aktor zum Beispiel auf die Rastelemente 26 einwirken und dadurch eine virtuelle Haptik erzeugen kann. Geeignete Aktoren sind dem Fachmann dabei aus dem Stand der Technik bekannt.
-
Optional kann das weitere Werkstück 22 ein Rastelement 26 oder mehrere Rastelemente 26 aufweisen. Diese liegen dann vorzugsweise an einer dem ersten Werkstück 14 abgewandten Oberfläche des weiteren Werkstücks 22. Im Beispiel der 1 kann das weitere Werkstück 22 mehrere Rastelemente 26 aufweisen, die beispielsweise jeweils als Sägezahn oder Haken ausgestaltet sein können. Das Rastelement 26 oder die Rastelemente 26 stellen eine Befestigungsgeometrie zum Befestigen des fertigen Bauteils 28 mit beispielsweise einer Leiterplatte einer Bedieneinrichtung (in der 1 nicht gezeigt) bereit. Die Gesamtheit der Rastelemente 26 ermöglicht eine technische Befestigung des Bauteils 28. Beim Bereitstellen des weiteren Werkstücks 22 können die Stabilisierungselemente 24 und/oder die Rastelemente 26 beispielsweise in einem Formverfahren für das weitere Werkstück 22 geformt werden. alternativ können die Stabilisierungselemente 24 und/oder die Rastelemente 26 auch nachträglich zum Beispiel angespritzt werden.
-
Das weitere Werkstück 22 weist weiterhin mindestens einen Lichtdurchlass 30 auf, im Beispiel der 1 drei Lichtdurchlässe 30. Eine solcher Lichtdurchlass 30 kann beispielsweise aus einem lichtdurchlässigen Kunststoff bestehen und als Lichtfenster ausgestaltet sein.
-
Das weitere Werkstück 22 wird dann an die Rückseite des ersten Werkstücks 14 angeordnet, beispielsweise durch Hinterspritzen oder Kleben (S3). Die Stabilisierungselemente 24 greifen dann in die Streuschutzelemente 16. Im Beispiel der 1 sind die Lichtdurchlässe 30 des weiteren Werkstücks 22 in diesem so angeordnet, dass sie nach dem Anordnen der beiden Werkstücke 14, 20 (S3) sich in Bezug auf das erste Werkstück 14 gegenüberliegen.
-
In der 1 sind zusätzlich zwei Leuchtelemente 32 gezeigt, die beispielsweise jeweils als LED ausgestaltet sein können. Die Leuchtelemente 32, die in der Bedieneinrichtung unterhalb des Bauteils 28 angeordnet sein können, können vorzugsweise derart in der Bedieneinrichtung angeordnet sein, dass jeweils ein Leuchtelement 32 an einem Lichtdurchlass 30 des weiteren Werkstücks 22 angeordnet sein kann. Die 1 verdeutlicht den Strahlengang L (in 1 als Pfeil dargestellt), der durch jeweils einen Lichtdurchlass 30 des weiteren Werkstücks 22, einen Lichtdurchlass 12 der Blendeneinrichtung 10 und ein Anteil 18, 20 des ersten Werkstücks 14 bereitgestellt wird.
-
Die 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs 34, das vorzugsweise als Kraftwagen, beispielsweise als Personenkraftwagen, ausgestaltet sein kann. Das Kraftfahrzeug 34 aus dem Beispiel der 2 kann beispielsweise mehrere Bedieneinrichtungen 40 mit jeweils einem Bauteil 28 aufweisen. Bei dem Bauteil 28 kann es sich beispielsweise um eine Abdeckung für eine Schaltung 36 handeln, bei der dann die aus den Lichtdurchlässen 12 der Blendeneinrichtung 10 gebildeten Symbole 38 beleuchtbar sind. Vorzugsweise kann die Bedieneinrichtung 40 als Tastenleiste ausgestaltet sein, wobei eine solche beispielhaft in einer Mittelkonsole 42 dargestellt ist. Mit der beispielhaften Tastenleiste können beispielsweise mehrere Funktionen 1, 2, 3, 4 aktiviert werden. Dabei kann ein entsprechendes Symbol 38 separat beleuchtet werden. Als weiteres Beispiel einer Bedieneinrichtung 14 ist in der 2 ein Drehsteller dargestellt, wobei das Bauteil 28 als Kappe hierfür ausgestaltet sein kann, wobei die Symbole 38 als Pfeile ausgestaltet sein können.
-
Die oben beschriebenen Ausführungsbeispiele veranschaulichen das Prinzip der Erfindung, ein Streuschutzelement 16 oder Streuschutzelemente 16 als Lichtabschottungen in einem ersten, lichtdurchlässigen Werkstück 14 zu erzeugen oder bereitzustellen, beispielsweise durch Ausfräsen.
-
In einem weiteren Ausführungsbeispiel kann eine bedruckte und/oder verformte PC-Folie als beispielhafte Blendeneinrichtung 12 mit einem lichtleitenden, also transparenten und/oder lichtdurchlässigen Material beispielsweise hinterspritzt werden (S1). Beim Bereitstellen des ersten Werkstücks 14 oder anschließend an das beispielhafte Hinterspritzen der Blendeneinrichtung 10 können ein oder mehrere Streuschutzelemente 16 als Aussparungen um die späteren Symbole 38 eingebracht werden, beispielsweise durch Fräsen oder Lasern. Diese dünnen das Material des ersten Werkstücks 14 stark aus und verhindern somit ein Überstrahlen von Lecklicht in die benachbarten Anteile 18, 20 oder Bereiche. Dann wird der komplette Aufbau mit einem weiteren Werkstück 22, vorzugsweise mit einer lichtdichten Komponente, zum Beispiel hinterspritzt (S3). Dadurch gewinnt das Bauteil 28 wieder Steifigkeit. An dieser zweiten Komponente, also an diesem weiteren Werkstück 22, können auch Rastelemente 26 oder sonstige Elemente bereitgestellt, also zum Beispiel angespritzt oder ausgeformt werden, mit denen das Bauteil 28 befestigt oder weiterverarbeitet werden kann.