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DE3615396A1 - Mittel zur behandlung der haare und der kopfhaut - Google Patents

Mittel zur behandlung der haare und der kopfhaut

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DE3615396A1
DE3615396A1 DE19863615396 DE3615396A DE3615396A1 DE 3615396 A1 DE3615396 A1 DE 3615396A1 DE 19863615396 DE19863615396 DE 19863615396 DE 3615396 A DE3615396 A DE 3615396A DE 3615396 A1 DE3615396 A1 DE 3615396A1
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Germany
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hair
scalp
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cyproterone acetate
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DE19863615396
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Friedrich Dr Noser
Alain Dr Limat
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Wella GmbH
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Publication date
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Description

Die Erfindung betrifft Mittel zur Behandlung der Haare und der Kopfhaut mit einem Gehalt an 17-Acetoxy-6-chlor- 1α,2α-methylen-4,6-pregnadien-3,20-dion (Cyproteronacetat) und 2,6-Diamino-4-piperidino-pyrimidin-1-oxyd (Minoxidil) sowie ein Haarbehandlungsverfahren zur Verringerung des Haarausfalls und zur Förderung des Haarwachstums.
Es sind schon sehr zahlreiche und unterschiedliche Substanzen zur Förderung des Haarwachstums empfohlen worden. So hat man bereits verschiedene Verbindungen vorgeschlagen, die infolge ihrer keratolytischen Wirkung eine eine vermehrte Bildung von Schuppen und das oft damit verbundene Nachlassen des Haarwachstums verhindern sollen. Hierzu gehören insbesondere Salicylsäure, Resorcin, Benzoxathiol und Hexachlorophen, welche gleichzeitig auch eine bakterizide und antimykotische Wirkung aufweisen. Ferner wurden schon für eine Art Reiztherapie des Haarbodens verschiedene Stoffe verwendet, um die Durchblutung der Kopfhaut zu steigern und dadurch den Haarwuchs anzuregen. Von diesen Stoffen seien hauptsächlich Nicotinsäure, Derivate der Nicotinsäure, Cantharidin, Pyrogallol, Pilocarpin, Ameisensäure und Histamin erwähnt. Weiterhin sind auch schwefelhaltige Präparate, Hormone unterschiedlicher Herkunft, Vitamine des B-Komplexes wie insbesondere Pantothensäure, Lecithin- und Keratinpräparate, Trichosaccharide, Cholesterin sowie Retenoide und andere gegen Haarausfall empfohlen worden.
Weiterhin wurde festgestellt, daß 2,6-Diamino-4-piperidino- pyrimidin-1-oxyd (I) (Minoxidil) bei bis zu 32 Prozent der behandelten Personen eine kosmetisch feststellbare Verbesserung des Haarwachstums bewirkt (R.L. De Villez, Arch. Dermatol. 121 (1985), Seite 197 bis 202).
Ebenfalls ist aus der Literatur K. Winkler, Der Hausarzt 21, Seite 429 und 430 (1970) und H. Zaun, Parfümerie und Kosmetik 50, Seite 29 bis 31 (1972) bekannt, daß Antiadrogene, das heißt Substanzen, welche die Wirkung von Androgenen an Zielorganen herabzusetzen oder aufzuheben vermögen, einen Einfluß auf das Haarwachstum haben. So werden diese Substanzen beispielsweise bei der Behandlung von Haarwuchsanomalien, wie zum Beispiel der androgenischen Alopezie, mit Erfolg eingesetzt.
Entgegen den ursprünglichen Erwartungen wurde bei der äußerlichen Anwendung des Antiandrogens 17-Acetoxy-6-chlor- 1α,2α-methylen-4,6-pregnadien-3,20-dion (II) (Cyproteronacetat) zur Behandlung des männlichen Haarausfalls jedoch keine Verbesserung des Haarwachstums beobachtet (vergleiche EP-OS 00 28 525).
Ebenfalls konnte bei der oralen Therapie von Haarwachstumsanomalien mit Cyproteronacetat nur in Einzelfällen eine sichtbare Verbesserung des Haarwachstums beobachtet werden (K. Winkler, Der Hausarzt 21, Seite 429 und 430 (1970)).
Die Wirkung der vorstehend genannten und gegenwärtig für eine Verwendung zur Haarwuchsförderung bekannten Substanzen ist, insbesondere beim männlichen Haarausfall, unbefriedigend.
Es bestand daher die Aufgabe, Mittel mit einem Gehalt an haarwuchsfördernden Wirkstoffen zur Verfügung zu stellen, die eine bessere Wirkung als die bisher verwendeten Mittel besitzen.
Hierzu wurde nun gefunden, daß Mittel zur Behandlung der Haare und der Kopfhaut auf der Grundlage üblicher kosmetischer Träger- und Zusatzstoffe, welche dadurch gekennzeichnet sind, daß sie eine Kombination von Minoxidil und Cyproteronacetat enthalten, die gestellte Aufgabe in hervorragender Weise erfüllen.
Während bei Mitteln zur Behandlung der Haare und der Kopfhaut auf der alleinigen Basis von Minoxidil oder Cyproteronacetat nur eine unbefriedigende haarwuchsfördernde Wirkung festzustellen ist, bewirken die erfindungsgemäßen Mittel auf der Basis einer Kombination von Minoxidil und Cyproteronacetat überraschenderweise eine synergistische, gegenüber den Einzelsubstanzen um ein Vielfaches verbesserte, Anregung des Wachstums der Kopfhaare.
Die erfindungsgemäßen, Minoxidil und Cyproteronacetat enthaltenden, Mittel können in Form wäßriger, alkoholischer oder wäßrig-alkoholischer Zubereitungen, insbesondere als Lösungen, Emulsionen oder Dispersionen vorliegen.
Ebenfalls ist es möglich, diese Mittel im Gemisch mit üblichen unter Druck verflüssigten Treibmitteln, beispielsweise Chlorfluoralkanen, wie zum Beispiel CCl3F, CCl2F2, C2Cl3F3, (CCl2F)2, CHCl2F und (CClF2)2, leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffen, wie zum Beispiel n-Butan und n-Propan, oder auch Dimethylether, Kohlendioxid, Distickstoffmonoxid, Stickstoff, Methylenchlorid und 1,1,1-Trichlorethan, aus einem Druckbehälter als Schaum zu entnehmen.
Die Zubereitungsformen der Mittel können insbesondere solche sein, die längere Zeit auf dem Haar und der Kopfhaut verbleiben, wie zum Beispiel Cremes, Einlegemittel, Frisiergele, Haarpomaden, Haarkuren, Haaröle und Haarwässer.
Der Gehalt an Minoxidil beträgt in diesen Mitteln 0,01 bis 5 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,1 bis 4 Gewichtsprozent, während das Cyproteronacetat in diesen Mitteln in einer Menge von 0,01 bis 2 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,1 bis 1 Gewichtsprozent, enthalten ist. Die Gesamtmenge der Kombination aus Minoxidil und Cyproteronacetat liegt hierbei zwischen 0,2 und 5 Gewichtsprozent, vorzugsweise zwischen 1,5 und 4 Gewichtsprozent.
Die Zusammensetzung der erfindungsgemäßen Mittel stellt eine Mischung von Minoxidil und Cyproteronacetat mit den für solche Mittel üblichen Bestandteilen, wie Träger- und Zusatzstoffen, dar.
Als Trägerstoffe kommen im allgemeinen solche in Betracht, welche die perkutane Resorption der Wirkstoffe erhöhen, die Wirkstoffkomponenten nicht nachteilig beeinflussen und gleichzeitig unschädlich gegenüber der menschlichen Haut sind. Solche Trägerstoffe sind beispielsweise Wasser, niedere aliphatische Alkohole, wie zum Beispiel Ethanol und Isopropanol, Isopropylmyristat sowie Mischungen dieser Stoffe. Vorteilhaft sind aber auch Mischungen der vorgenannten Verbindungen mit 1 bis 30 Gewichtsprozent 1,2-Propandiol.
Als übliche Zusatzstoffe in den erfindungsgemäßen Mitteln kommen zum Beispiel in Betracht: Verdickungsmittel, wie beispielsweise Kaolin, Bentonit, Fettsäuren, höhere Fettalkohole, Stärke, Polyacrylsäure, Cellulosederivate, Alginate, Vaseline oder Paraffinöl; Verbindungen aus den Klassen der anionischen, kationischen, amphoteren, zwitterionischen oder nichtionischen Tenside oder oberflächenaktiven Agenzien, wie zum Beispiel Fettalkoholsulfate, Fettalkoholethersulfate, Alkylsulfonate, Alkylbenzolsulfonate, quartäre Ammoniumsalze, Alkylbetaine oder oxethylierte Fettsäureester; ferner Trübungsmittel, wie zum Beispiel Polyethylenglykolester, Schaumstabilisatoren, wie beispielsweise Fettamide, Schaumsynergisten, Sequestriermittel, Pufferstoffe, Farbstoffe, Konservierungsmittel, kosmetische Öle, Lösungsvermittler, Parfümöle, natürliche oder synthetische kosmetische Polymere, wie beispielsweise Cellulosederivate, Schellak, Pektine, Polyvinylpyrrolidon, Polyvinylacetat, Polyacrylverbindungen, wie zum Beispiel Acrylsäure- oder Methacrylsäurepolymerisate, basische Polymerisate von Estern aus Acrylsäure oder Methacrylsäure mit Aminoalkoholen, Polyacrylnitril und Chitosanderivate, Haarkonditionierungsmittel, Wirkstoffe gegen Kopfschuppen sowie haarpflegende Bestandteile, wie zum Beispiel Lanolinderivate, Cholesterin, Pantothensäure oder Betain.
Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Haarbehandlungsverfahren zur Verringerung des Haarausfalls und zur Förderung des Haarwachstums, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man eine ausreichende Menge eines der zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen Mittel, im allgemeinen etwa 10 bis 20 Milliliter, auf die Haare und die Kopfhaut aufbringt, anschließend die Kopfhaut etwa 1 bis 2 Minuten massiert und das Mittel auf den Haaren und der Kopfhaut für mindestens 24 Stunden beläßt.
Die Behandlung wird vorzugsweise 1 bis 2-mal täglich und während einer Zeit von 6 bis 14 Monaten vorgenommen. Der Abstand zwischen den Anwendungen kann dann vergrößert werden.
Die erfindungsgemäßen, Minoxidil und Cyproteronacetat enthaltenden, Mittel bewirken bei mehrmonatiger Anwendung bei mindestens 70% der Behandelten männlichen und weiblichen Testpersonen eine deutlich sichtbare Verbesserung des Haarwachstums.
Diese, gegenüber den oben genannten, aus der Literatur bekannten Daten, erheblich erhöhte Erfolgsquote bei der Behandlung von Haarwuchsstörungen liegt weit über den mit Minoxidil oder Cyproteronacetat enthaltenden Ergebnissen.
Die folgenden Beispiele sollen den Gegenstand der Erfindung näher erläutern, ohne diesen hierauf zu beschränken.
Beispiele Beispiel 1  Haarwasser
  2,0 g Minoxidil
  0,5 g Cyproteronacetat
 10,0 g 1,2-Propandiol
  0,3 g Parfümöl
 87,2 g
 Ethanol (96-prozentig)
100,0 g
Beispiel 2  Haarwasser
  1,5 g Minoxidil
  1,0 g Cyproteronacetat
  0,3 g Parfümöl
  5,2 g Isopropylmyristat
 92,0 g
 Ethanol
100,0 g
Beispiel 3  Haarwasser
  2,0 g Minoxidil
  1,0 g Cyproteronacetat
  0,3 g Parfümöl
 96,7 g
 Ethanol (96-prozentig)
100,0 g
Die vorstehend aufgeführten Haarwässer wurden an klinisch gesunden, männlichen und weiblichen Versuchspersonen, welche Haarausfall aufwiesen, getestet.
Vor Versuchsbeginn wurde sichergestellt, daß die Versuchspersonen keinerlei krankhafte Veränderungen der behaarten Kopfhaut aufwiesen. Ebenso wurde in einer Placebo-Behandlungsphase, welche der eigentlichen Testphase vorausging, das Ausmaß des Haarausfalls ermittelt.
Als Meßparameter hierfür und für die Wirkung der Haarwässer wurden die makroskopische Beobachtung der markierten terminalhaararmen Behandlungsstelle, das Haarkaliber-Verteilungsmuster, der Haarwurzelstatus und die Haardichte auf der Behandlungsstelle herangezogen.
Während der Testphase wurden bei den Testpersonen einmal täglich (alle 24 Stunden) jeweils 15 Milliliter eines der vorstehend aufgeführten Haarwässer auf die Haare und die Kopfhaut aufgetragen und 1 Minute lang in die Kopfhaut einmassiert.
Es wurde festgestellt, daß bei den männlichen Testpersonen die Behandlung der Kopfhaut mit den erfindungsgemäßen Haarwässern im Verlaufe von 6 bis 10 Monaten den Haarausfall stoppte und darüberhinaus zum subjektiv leicht feststellbaren Wiederwachsen von Terminalhaaren beziehungsweise zu einer Erhöhung der Terminalhaardichte führte.
Das Haarkaliber-Verteilungsmuster stieg wesentlich über den in der Placebo-Behandlungsphase festgestellten Wert an.
Der Haarwurzelstatus zeigte, daß bei den männlichen und weiblichen Testpersonen wenigstens 80 Prozent der Follikel in der aktiven Wachstumsphase standen. Bei den weiblichen Testpersonen wurde eine Verdichtung des Kopfhaares festgestellt. Das Haarkaliber-Verteilungsmuster verhielt sich wie im Falle der männlichen Testpersonen.
Die vorstehend aufgeführten Haarwässer bewirkten die genannten Verbesserungen des Haarwachstums bei mindestens 70 Prozent der männlichen und weiblichen Testpersonen.

Claims (7)

1. Mittel zur Behandlung der Haare oder der Kopfhaut auf der Grundlage üblicher kosmetischer Träger- und Zusatzstoffe, dadurch gekennzeichnet, daß es eine Kombination von Minoxidil und Cyproteronacetat enthält.
2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehalt an Minoxidil 0,01 bis 5 Gewichtsprozent beträgt.
3. Mittel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehalt an Cyproteronacetat 0,01 bis 2 Gewichtsprozent beträgt.
4. Mittel nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kombination von Minoxidil und Cyproteronacetat in einer Gesamtmenge von 0,2 bis 5 Gewichtsprozent enthalten ist.
5. Mittel nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß es als Trägerstoff Wasser, Ethanol, Isopropanol oder Isopropylmyristat oder Mischungen dieser Verbindungen miteinander oder mit 1,2-Propandiol enthält.
6. Mittel nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß seine Zubereitungsform die einer Creme, eines Einlegemittels, eines Frisiergels, einer Haarpomade, einer Haarkur, eines Haaröls oder eines Haarwassers ist.
7. Haarbehandlungsverfahren zur Verringerung des Haarausfalls und zur Förderung des Haarwachstums, dadurch gekennzeichnet, daß man eine ausreichende Menge eines Mittels gemäß den Ansprüchen 1 bis 6 auf die Haare und die Kopfhaut aufträgt, anschließend die Kopfhaut massiert und das Mittel für mindestens 24 Stunden auf den Haaren und der Kopfhaut beläßt.
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