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DE102004033900A1 - Verfahren und System zur Regelung der Fahrdynamik eines Kraftfahrzeuges bei Touchierkollisionen - Google Patents

Verfahren und System zur Regelung der Fahrdynamik eines Kraftfahrzeuges bei Touchierkollisionen Download PDF

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DE102004033900A1
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lateral acceleration
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DE102004033900A
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English (en)
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Wolf Dr. Boll
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Mercedes Benz Group AG
Original Assignee
DaimlerChrysler AG
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Abstract

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regelung der Fahrdynamik eines Kraftfahrzeuges durch Einwirken auf das Bremssystem bei Touchierkollisionen mit folgenden Schritten: Erfassen eines plötzlichen Herausdrehens des Kraftfahrzeuges (1) aus der ursprünglichen Fahrtrichtung bei Touchierkollisionen durch Detektieren der Querbeschleunigung des Kraftfahrzeuges (1) mittels eines einer Sensoreinrichtung (2, 3) und Analysieren der Querbeschleunigungsdaten durch ein Steuergerät (6) und Aktivieren von geeigneten Bremsaktivitäten an den einzelnen Rädern (7) des Kraftfahrzeuges (1) zum näherungsweisen Wiederherstellen der ursprünglichen Fahrtrichtung durch das Steuergerät (6) und ein System zur Durchführung dieses Verfahrens.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein System zur Regelung der Fahrdynamik eines Kraftfahrzeuges durch Einwirken auf das Bremssystem bei Touchierkollisionen.
  • An dieser Stelle sei folgendes angemerkt: Die vorstehende Formulierung „Regelung der Fahrdynamik" ist gleichbedeutend mit der Formulierung „Fahrdynamikregelung". In beiden Fällen soll eine die Fahrdynamik des Fahrzeuges beschreibende Größe, beispielsweise die Gierwinkelgeschwindigkeit des Fahrzeuges und/oder der Schwimmwinkel des Fahrzeuges geregelt werden.
  • Aktive und passive Sicherheitssysteme im Kraftfahrzeugbereich spielen eine immer größer werdende Rolle bei der Fortentwicklung von Fahrzeugen. Die Erwartungen der Kunden erfordern sowohl Leistungsfähigkeit und Komfort, gerichtet auf eine zunehmende Sicherheit für die Fahrzeuginsassen.
  • Neben den passiven und aktiven Sicherheitssystemen, wie Airbag, Aufprallschutz und Gurtstraffer, gewinnt mehr und mehr die aktive Fahrsicherheit mit ihren immer größer werdenden Möglichkeiten an Bedeutung. Ziel der Entwicklung ist dabei ein Kontrollsystem, das die momentane Fahrsituation schnell erfasst und sofort in eine etwaige kritische Lage aktiv ein greifen bzw. dem Fahrer ein entsprechendes Signal für eine manuelle Änderung der Fahrsituation liefern kann. Die ersten Schritte einer aktiven Fahrzeugkontrolle sind dabei bereits mit dem ABS, dem ASR oder dem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP gemacht worden. Diese Programme schätzen beispielsweise die Reibbeiwert-Schlupf kurve ab, mit deren Hilfe auf die aktuelle Fahrsituation reagiert werden kann.
  • Die elektronische Fahrdynamikregelung ESP ist ein System, das die Bremsanlage eines Kraftfahrzeuges benutzt, um das Fahrzeug zu „lenken". Die eigentliche Aufgabe der Radbremsen, das Fahrzeug zu verzögern oder zum Stillstand zu bringen, tritt bei aktiver Fahrdynamikregelung hinter der Aufgabe, das Fahrzeug unter allen Umständen stabil und in der Spur zu halten, zurück. Das gezielte Bremsen einzelner Räder trägt dazu bei, dieses Ziel bestmöglich zu erfüllen. Ergänzend können Motoreingriffe vorgenommen werden, mit denen das vom Motor an die Antriebsräder abgegebene Moment reduziert wird. Denkbar ist auch eine Erhöhung des an den Antriebsrädern wirkenden Moments.
  • Nachteilig an diesem Ansatz hat sich die Tatsache herausgestellt, dass das ESP-System vornehmlich bei Heck- bzw. Frontalunfällen keine vollkommen sichere Beherrschung des Automobils gewährleistet. Bei seitlichen Touchierkollisionen, beispielsweise bei einem Aufprall auf eine Leitplanke oder auf ein benachbartes Fahrzeug unter einem spitzen Winkel, ist das Regelverhalten des ESP-Systems noch verbesserungswürdig.
  • Wenn nämlich ein Kraftfahrzeug im spitzen Winkel mit beispielsweise einer Leitplanke oder mit einem benachbarten Kraftfahrzeug bei einem Spurwechsel kollidiert, führt häufig der Rückprall von dem jeweiligen Kollisionsobjekt zu einer erheblichen Drehbewegung des Kraftfahrzeuges um seine Hochachse. Dabei wird das Kraftfahrzeug aus der ursprünglichen Fahrtrichtung plötzlich heraus gedreht, wobei auch die Reaktionsgeschwindigkeit eines geübten Fahrers nicht ausreicht, rechtzeitig zu reagieren, da die Lenkbewegung nicht schnell genug erfolgen kann. Zudem könnte eine Lenkbewegung alleine das Stabilitätsproblem nicht beheben, weil die ebenfalls aus der Fahrtrichtung gedrehte Hinterachse des Kraftfahrzeuges durch die Drehbewegung das Fahrzeug von dem ursprünglich eingeschlagenen Weg abbringen würde.
  • Die Druckschrift DE 197 53 971 A1 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Steuerung der Bremsanlage eines Kraftfahrzeuges, bei welchem in einer erkannten Kollisionssituation Bremskraft über die Vorgabe des Fahrers hinaus, vorzugsweise bis auf einen maximalen Wert, aufgebaut wird. Dabei dient das Einwirken auf das Bremssystem lediglich einer zusätzlichen negativen Beschleunigung und nicht einer Stabilisierung des Fahrzustandes.
  • Die Druckschrift DE 190 36 276 A1 beschreibt ein automatisches Brems- und Lenksystem für ein Kraftfahrzeug mit einer Sensoreinheit zur Erfassung von Fahrzeug-Zustandsgrößen, von Fahrzeug-Kenngrößen und von Umgebungsbedingungen. Dabei soll mit größtmöglicher Sicherheit ein automatisches Ausweichmanöver im Falle eines detektierten Hindernisses durchgeführt werden. Dazu wird ein alternativer Ausweichweg berechnet und durch Einwirken auf das Bremssystem eingeschlagen.
  • Die oben erläuterten Ansätze weisen allesamt den Nachteil auf, dass bei Touchierkollisionen, das heißt bei Kollisionen des Kraftfahrzeugs in einem spitzen Winkel zur Kraftfahrzeuglängsachse, keine Stabilität der Fahrdynamik bei einem Her ausdrehen des Kraftfahrzeuges um die Hochachse geschaffen wird.
  • Somit liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und ein System zur Fahrdynamikregelung eines Kraftfahrzeuges durch Einwirken auf das Bremssystem zu schaffen, welches auch bei einem plötzlichen Herausdrehen des Kraftfahrzeuges um die Hochachse eine Stabilisierung des Kraftfahrzeugzustandes ermöglicht.
  • Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß verfahrensseitig durch das Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und vorrichtungsseitig durch das System mit den Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst.
  • Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Idee besteht darin, ein plötzliches Herausdrehen des Kraftfahrzeuges aus der ursprünglichen Fahrtrichtung um die Hochachse bei Touchierkollisionen durch Detektieren der Querbeschleunigung des Kraftfahrzeuges mittels mindestens einer Sensoreinrichtung zu erfassen, die erfassten Signale von der mindestens einen Sensoreinrichtung an ein Steuergerät zu senden und die Signale durch das Steuergerät zu analysieren, wobei im Falle einer Detektierung einer Touchierkollision geeignete Bremsaktivitäten an den einzelnen Rädern des Kraftfahrzeuges zum näherungsweisen Wiederherstellen der ursprünglichen Fahrtrichtung durch das Steuergerät aktiviert werden. Eine Touchierkollision wird beispielsweise dann detektiert, wenn ein vorgegebenes Kollisionskriterium erfüllt ist, wobei die Erfüllung des Kollisionskriteriums angibt, dass eine für eine Touchierkollision charakteristische Querbeschleunigung vorliegt, die durch Lenkkräfte bzw. Radseitenkräfte, wie sie im normalen Fahrbetrieb auftreten, nicht zu erklären ist.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und das erfindungsgemäße System mit den Merkmalen des Anspruchs 12 weisen gegenüber den bekannten Lösungsansätzen gemäß dem Stand der Technik den Vorteil auf, dass aufgrund der Detektierung der Querbeschleunigung des Kraftfahrzeuges Touchierkollisionen erfasst werden können und gezielt auf das Herausdrehen des Kraftfahrzeuges bezüglich seiner Hochachse durch entsprechende Aktivierung geeigneter Bremsaktivitäten an den einzelnen Rädern auf das Kraftfahrzeug derart eingewirkt werden kann, dass ein stabiler, in etwa der ursprünglichen Fahrtrichtung entsprechender Fahrzeugzustand wiederherstellbar ist. Somit wird der Sonderfall der seitlichen Kollision mit daraus resultierendem Herausdrehen des Kraftfahrzeuges aus der vorherigen, vom Lenkrad vorgewählten Fahrtrichtung erkannt, und es werden sofort an den einzelnen Rädern Bremsaktivitäten eingeleitet, um das Kraftfahrzeug in nahezu die ursprüngliche Fahrtrichtung zurückzusteuern.
  • In den Unteransprüchen finden sich vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des im Anspruch 1 angegebenen Verfahrens und des im Anspruch 12 angegebenen Systems.
  • Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung wird die Aktivierung von Bremsaktivitäten in mehrere über vorbestimmte Zeitspannen ablaufende Phasen entsprechend dem gewöhnlichen Fahrverhalten eines Fahrers in den vorbestimmten Zeitspannen unterteilt. Vorzugsweise kann eine derartige Unterteilung in drei Phasen ausgeführt werden, wobei beispielsweise in der ersten Phase über eine erste Zeitspanne, beispielsweise 0,5 Sekunden, eine lenkfreie Phase durch das Steuergerät vorausgesetzt wird, wobei geeignete Bremsaktivitäten unter Berücksichtigung dieser Annahme während der ersten Zeitspanne aktiviert werden. Dadurch wird die Schreckphase des Fahrers und somit eine Phase ohne Lenkreaktion überbrückt. Beispielsweise kann sich an die erste Phase eine zweite Phase über eine zweite Zeitspanne, beispielsweise 1,5 Sekunden, anschließen, in welcher das Steuergerät voraussetzt, dass der Fahrer das Lenkrad in die ursprüngliche Fahrtrichtung zu drehen versucht bzw. plant. Dies ist die sogenannte Reaktionsphase des Fahrers, wobei das Steuergerät vorzugsweise geeignete Bremsaktivitäten unter Berücksichtigung dieser Annahme während der zweiten Zeitspanne aktiviert. Beispielsweise kann sich an die zweite Phase eine dritte Phase über eine dritte Zeitspanne, vorzugsweise bis zur Wiedereinnahme der stabilen, ursprünglichen Fahrtrichtung, anschließen, in welcher der Bremseingriff ausschließlich die vom Lenkrad vorgegebene Fahrtrichtung unterstützt und damit in den normalen ESP-Betrieb übergeht, bis gegebenenfalls eine nächste Leitplankenberührung auftritt, wobei in einem derartigen Fall die oben beschriebenen Phasen wiederholt durchlaufen werden können.
  • Gemäß einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel wird die vor dem plötzlichen Herausdrehen des Kraftfahrzeuges vorherrschende ursprüngliche Fahrtrichtung mittels einer Speichereinrichtung memorisiert, das heißt in der Speichereinrichtung abgespeichert. Vorzugsweise werden in der ersten Phase aus den in der Speichereinrichtung abgespeicherten Daten Regelerfordernisse für die Bremsaktivitäten gewonnen. Bei der Gewinnung der Regelerfordernisse lässt sich zusätzlich berücksichtigen, dass das Kraftfahrzeug aufgrund der Touchierkollision unter Umständen zu Quer- und/oder Längsschwingungen angeregt wird, die zu einer Beeinträchtigung der Haftung zwischen den Rädern des Kraftfahrzeugs und der Fahrbahn führen.
  • In der ersten Phase werden vorzugsweise Bremsaktivitäten durch das Steuergerät derart aktiviert, dass ein Richtungszwischenwinkel eingeschlagen wird, der vorteilhaft zwischen der ursprünglichen Fahrtrichtung und dem Richtungswinkel nach dem plötzlichen Herausdrehen des Kraftfahrzeuges liegt. Für die Bestimmung der Größe dieses Zwischenwinkels werden beispielsweise fahrdynamische Betriebsparameter, wie
    • – konstruktive Daten des Fahrzeugs, wie beispielsweise Schwerpunkthöhe, Achslastverteilung, Reifeneigenschaften etc., oder
    • – Zuladung, Reibbeiwert zwischen Reifen und Fahrbahn, oder
    • – Gierdifferenzgeschwindigkeit vor und nach dem Herausdrehen sowie weitere Fahrdaten, wie beispielsweise Bremsverzögerung bzw. -beschleunigung, Querbeschleunigung, Fahrgeschwindigkeit usw.,
    berücksichtigt. Das Einwirken auf das Bremssystem derart, dass ein solcher Zwischenwinkel eingeschlagen wird, sorgt für eine besonders vorteilhafte Stabilisierung des Kraftfahrzeugzustandes.
  • Gemäß einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel werden in der zweiten Phase die Lenkgeschwindigkeit und/oder deren zeitliche Ableitung berücksichtigt, um geeignete Bremsaktivitäten zu aktivieren.
  • Vorzugsweise ist im vorderen Bereich des Kraftfahrzeuges ein erster Querbeschleunigungssensor als Sensoreinrichtung montiert, wobei beispielsweise entweder ein zusätzlicher zweiter Querbeschleunigungssensor im hinteren Bereich des Kraftfahrzeuges vorgesehen werden kann, oder auf den Querbeschleunigungssensor eines etwaigen bereits vorhandenen ESP-Systems zurückgegriffen werden kann. Dabei ist es möglich, die Signale des ersten und des zweiten Querbeschleunigungssensors zusammen durch das Steuergerät auszuwerten. Alternativ ist lediglich ein Gierratensensor und ein einzelner Querbeschleunigungssensor vorgesehen, wobei sich das Auftreten einer Tou chierkollision rechnerisch aus den Daten der beiden Sensoren ableiten lässt. Der Gierratensensor kann dann – ebenso wie der Querbeschleunigungssensor – Bestandteil eines etwaig vorhandenen ESP-Systems sein.
  • Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel weist das Steuergerät ein Steuerprogramm auf, welches entsprechend dem jeweiligen Fahrzeugtyp gemäß seinen konstruktiven Charakteristiken, wie beispielsweise Untersteuerung, Achslastverteilung, Trägheitsmoment, Schwerpunkthöhe, Federung, Dämpfung etc., ausgebildet ist. Dabei kann beispielsweise das Steuerprogramm die Knickstabilisierung bei Gespannen und/oder Sattelschleppern mit berücksichtigen.
  • Ausführungsbeispiele der Erfindung werden in der nachfolgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf die beiliegende Figur näher erläutert.
  • Dabei zeigt die Figur eine schematische Draufsicht auf ein Kraftfahrzeug mit einem integrierten, erfindungsgemäßen System zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
  • In der Figur ist ein Kraftfahrzeug 1 dargestellt, welches sich in der durch den Pfeil dargestellten Richtung vorwärts bewegt. Das Kraftfahrzeug 1 weist vorzugsweise einen ersten Querbeschleunigungssensor 2 im vorderen Bereich des Kraftfahrzeuges auf, welcher ein plötzliches Herausdrehen des Kraftfahrzeuges bei Touchierkollisionen bezüglich der senkrecht zur Fahrzeugebene verlaufenden Hochachse des Kraftfahrzeuges detektiert. Vorzugsweise ist der erste Querbeschleunigungssensor 2 mittig bezüglich der Längsrichtung des Fahrzeugs 1 im vorderen Bereich desselben angeordnet. Allerdings sind auch zwei Querbeschleunigungssensoren, jeweils einer an jeder Seite im vorderen Bereich des Kraftfahrzeuges 1 vorstellbar. Der erste Querbeschleunigungssensor 2 ist beispielsweise über eine Signalleitung 20 mit einem Steuergerät 6 verbunden.
  • Ferner weist das Kraftfahrzeug 1 vorteilhaft einen zweiten Querbeschleunigungssensor 3 auf, welcher sich im hinteren Bereich des Kraftfahrzeuges befindet und welcher ebenfalls über eine Signalleitung 30 mit dem Steuergerät 6 verbunden ist. Als zweiter Querbeschleunigungssensor 3 kann gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung der bei einem etwaigen installierten ESP-System bereits vorhandene Querbeschleunigungssensor verwendet werden.
  • Beispielsweise ist ein Drehratensensor 4, vorzugsweise ebenfalls im hinteren Bereich des Kraftfahrzeuges 1, vorgesehen, welcher die augenblickliche Drehbewegung bzw. Drehgeschwindigkeit des Kraftfahrzeuges 1 um dessen Hochachse misst und das entsprechende Signal über eine Signalleitung 40 an das Steuergerät 6 sendet.
  • Das Steuergerät 6 weist beispielsweise einen Kollisionskriterien-Analysator 5 auf, welcher die vom Steuergerät 6 empfangenen Signale, wie beispielsweise die Signale des ersten Querbeschleunigungssensors 2, des zweiten Querbeschleunigungssensors 3 und des Drehratensensors 4, empfängt und auswertet und entsprechend des jeweiligen detektierten Kraftfahrzeugzustandes geeignete Bremsaktivitäten über Steuerleitungen 70 an den einzelnen Bremseinrichtungen der Räder 7 aktiviert.
  • Beispielsweise ist ein Kollisionskriterium immer dann erfüllt, wenn eine plötzliche Querbeschleunigung an der Vorder- und/oder der Hinterachse des Kraftfahrzeuges erfolgt, die durch bloßen Reibwertverlust eines oder mehrerer Reifen nicht zu erklären ist. Bei der Aufstellung eines geeigneten Kollisionskriteriums ist zu berücksichtigen, dass eine Touchierkollision zu einer Beschleunigung des Kraftfahrzeuges 1 führt, die sich im allgemeinen sowohl aus einem Querbeschleunigungsanteil als auch aus einem Drehbeschleunigungsanteil zusammensetzt, wobei der Drehbeschleunigungsanteil je nach Lage des Touchierpunkts zu einer unterschiedlichen Zusammensetzung der hierdurch an den beiden Querbeschleunigungssensoren 2, 3 jeweils hervorgerufenen Querbeschleunigungen führt.
  • Ferner weist das Steuergerät 6 vorzugsweise eine Speichereinrichtung 8 auf, welche die ursprüngliche Fahrtrichtung vor dem Herausdrehen des Kraftfahrzeuges bezüglich der Hochachse des Kraftfahrzeuges, welche in der Figur durch den Schwerpunkt des Kraftfahrzeuges in die Blattebene hineingerichtet ist, memorisiert bzw. abspeichert, um bei einer erheblichen Richtungsabkehr ohne Lenkeinfluss den Fahrer beim Wiederfinden der ursprünglichen Richtungsstellung des Kraftfahrzeuges zu unterstützen.
  • Es ist für einen Fachmann offensichtlich, dass der erste Querbeschleunigungssensor 2 und der zweite Querbeschleunigungssensor 3 getrennt voneinander oder zusammen miteinander ausgewertet werden können und als Kriterien für die Einleitung von geeigneten Bremsaktivitäten verwendet werden können.
  • Ferner weist das Steuergerät 6 vorzugsweise ein Steuerprogramm auf, welches entsprechend den Charakteristiken des verwendeten Fahrzeugtyps programmierbar ist. Dabei können die konstruktiven Charakteristiken, wie beispielsweise Untersteuerung, Achslastverteilung, Trägheitsmomente, Schwerpunkthöhe, Federung, Dämpfung etc. des jeweiligen Fahrzeugtyps von dem Programm entsprechend in die Datenanalyse einbezogen und bei einem Bremseingriff mit berücksichtigt werden.
  • Das in dem Steuergerät 6 vorgesehene Steuerprogramm kann auch speziell derart ausgebildet sein, dass es die Knickstabilisierung bei Gespannen und/oder Sattelschleppern bei der Datenanalyse mit berücksichtigt.
  • Des weiteren besteht die Möglichkeit, dass das Steuergerät 6 gegebenenfalls auftretende Drehbewegungen um die Quer- und/oder Längsachse des Kraftfahrzeuges 1 sowie an Radfedereinrichtungen hervorgerufene Federwege erfasst, um eine Aussage über den Kraftschluss treffen zu können, der zwischen den einzelnen Rädern des Fahrzeugs und der Fahrbahn vorliegt. In diesem Fall werden ausschließlich diejenigen Räder des Fahrzeugs gebremst, die einen ausreichenden Kraftschluss zur Fahrbahn aufweisen, wobei sich der Grad der Bremsaktivitäten nach den jeweils übertragbaren Längs- und/oder Seitenkräften richtet.
  • Im folgenden wird das erfindungsgemäße Verfahren gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel unter Bezugsnahme auf das oben erläuterte System näher beschrieben.
  • Für den Sonderfall einer Touchierkollision des Kraftfahrzeuges 1 dreht sich das Kraftfahrzeug 1 aus der vorherigen von dem Lenkrad vorgewählten Fahrtrichtung bezüglich der Hochachse des Kraftfahrzeuges heraus. Ein derartiges Herausdrehen hat Querbeschleunigungen zur Folge, welche beispielsweise durch den ersten Querbeschleunigungssensor 2 und den zweiten Querbeschleunigungssensor 3 erfasst werden. Die erfassten Signale werden von den beiden Querbeschleunigungssensoren 2 und 3 über die zugeordneten Signalleitungen 20 und 30 an das Steuergerät 6 gesendet. Der in dem Steuergerät 6 vorgesehene Kollisionskriterien-Analysator 5 wertet die Querbeschleunigungssignale aus und ermittelt, inwiefern die empfangenen Querbeschleunigungssignale eine tatsächliche Touchierkollision indizieren.
  • Für den Fall des Erkennens einer Touchierkollision werden durch das Steuergerät 6 über die Steuerleitungen 70 entsprechende Bremsaktivitäten an den jeweiligen Rädern 7 des Kraftfahrzeuges 1 eingeleitet. Dabei kann gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung der Bremseingriff in mehrere Phasen, im vorliegenden Ausführungsbeispiel vorzugsweise drei Phasen, unterteilt werden.
  • Die erste Phase kann beispielsweise eine Zeitspanne von 0,5 Sekunden einnehmen und dient einer Überbrückung der Schreckphase des Fahrers, in welcher dieser gewöhnlich keine Lenkreaktion besitzt. Somit werden durch das Steuergerät 6 derartige Bremsaktivitäten eingeleitet, dass die in der Speichereinrichtung 8 abgespeicherte ursprüngliche Fahrtrichtung vor dem Herausdrehen des Kraftfahrzeuges 1 anvisiert wird. Hierbei werden an die jeweiligen Bremssysteme der Räder Regelsignale durch das Steuergerät 6 gesendet, welche als Blitzreaktion die Richtungsstellung des Kraftfahrzeuges 1 derart regeln, dass vorzugsweise ein Richtungszwischenwinkel eingeschlagen wird, der zwischen dem Winkel der ursprünglichen Richtung, welcher zur Kollision führte, und dem Richtungswinkel des Kraftfahrzeuges 1 nach der Kollision liegt. Die Wahl dieses Zwischenwinkels kann beispielsweise durch fahrdynamische Betriebsparameter vorgegeben werden. Er sollte vorzugsweise näher bei der ursprünglichen Fahrtrichtung als bei der Richtung nach der Kollision liegen. Als fahrdynamische Betriebsparameter können beispielsweise die konstruktiven Daten des Kraftfahrzeuges, wie Schwerpunkthöhe, Achslastverteilung, Reifeneigenschaften, oder die Zuladung, Reibbeiwerte zwischen Rä dern und Fahrbahn, oder Gierdifferenzgeschwindigkeiten vor und nach der Kollision sowie sämtliche weitere Fahrdaten, wie beispielsweise Bremsverzögerung bzw. -beschleunigung, Querbeschleunigung, Fahrgeschwindigkeit, etc. erfasst und verwendet werden.
  • An die erste Phase schließt sich beispielsweise eine zweite Phase über eine zweite Zeitspanne, beispielsweise 1,5 Sekunden, an, welche als Übergangsphase zwischen der ersten Phase, in welcher der Fahrer vollständig vom Regeleingriff „bevormundet" wird, und einer dritten Phase, in welcher, wie weiter unten ausführlicher erläutert, der Bremseingriff ausschließlich der Unterstützung der Lenkbewegung des Fahrers dient, angesehen werden kann.
  • Die zweite Phase stellt die gewöhnliche Reaktionsphase des Fahrers dar, in der der Fahrer gewöhnlich versucht, durch Drehen des Lenkrads die ursprüngliche Fahrtrichtung wiederherzustellen. In dieser zweiten Phase geht das Steuergerät 6 von der Annahme aus, dass der Fahrer gewöhnlich eine Lenkbewegung tätigen will, diese aber nicht innerhalb von Millisekunden durchführen kann. In dieser Zeitspanne unterstützt der Regeleingriff mit Hilfe der in der Speichereinrichtung 8 abgespeicherten Daten bezüglich der ursprünglichen Fahrtrichtung vor der Touchierkollision die Lenkbemühungen bzw. das Lenkvorhaben des Fahrers. Das Kriterium für den Lenkrichtungswunsch des Fahrers kann gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel auch bzw. zusätzlich aus der Lenkwinkelgeschwindigkeit und/oder deren zeitlicher Ableitung hergeleitet werden.
  • An die zweite Phase schließt sich vorzugsweise eine dritte Phase über eine dritte Zeitspanne an, in der der Bremseingriff ausschließlich die vom Lenkrad vorgegebene Fahrtrich tung unterstützt und somit in den normalen ESP-Betrieb übergeht. Dies kann solange erfolgen, bis die in der Speichereinrichtung 8 abgespeicherte ursprüngliche Fahrtrichtung vor einer Touchierkollision wieder stabil eingenommen ist, oder bis eine nächste Berührung mit dem Kollisionsobjekt erfolgt, beispielsweise bis zur nächsten Leitplankenberührung oder Berührungen mit einem Kraftfahrzeug auf einer Nebenspur, wobei in einem derartigen Fall die oben beschriebene Abfolge der Phasen eins bis drei wiederholt werden kann.
  • Es ist für einen Fachmann offensichtlich, dass das oben beschriebene Verfahren im Falle einer Touchierkollision nicht auf eine Kollision bei einer ungestörten Normalfahrt beschränkt ist, wenn beispielsweise der Fahrer sich in einem Schlafzustand befindet, sondern dass das Verfahren auch bei hektischen Fahrmanövern verwendet werden kann, bei denen möglicherweise das ESP-System bereits aktiv ist, sobald das Kraftfahrzeug durch einen Seitenstoß aus der ursprünglichen Richtung herausgedreht wird.
  • Der zusätzliche Querbeschleunigungssensor im vorderen Bereich des Kraftfahrzeuges ist vorteilhaft, da er ein schnelleres und empfindlicheres Anspringverhalten als derzeitige Querbeschleunigungssensoren zusammen mit den bisher vorgesehenen Drehratensensoren vor der Hinterachse des Kraftfahrzeuges aufweist. Durch die bisher an der Hinterachse vorgesehenen Sensoren werden Querstöße bzw. Querbeschleunigungen an der vorderen Stoßstange erst über rechnerische Auswertungen detektiert und an das Steuergerät geleitet. Dies führt zu einem unerwünschten Zeitverlust und zu gegebenenfalls nicht rechtzeitigem Aktivieren von geeigneten Bremsaktivitäten, da zur zuverlässigen Erkennung des Querstoßes die rechnerische Auswertung in mehreren aufeinander folgenden Iterationsschritten erfolgt.
  • Somit schafft die vorliegende Erfindung ein System und ein Verfahren, mit welchem bei Touchierkollisionen das Fahrzeug bei einem Herausdrehen aus der ursprünglichen Fahrtrichtung bezüglich der Hochachse des Kraftfahrzeuges in etwa in der ursprünglichen Fahrtrichtung stabilisiert werden kann und der Fahrer dabei unterstützt wird, die Herrschaft über das Fahrzeug zu behalten bzw. wiederzuerlangen. Durch die vorliegende Erfindung kann die Drehbewegung durch den Rückprall von dem Kollisionsobjekt um die Hochachse durch eine entsprechende Gegensteuerung durch ein geeignetes Einwirken auf das Bremssystem kontrolliert und die ursprüngliche Fahrtrichtung wiederhergestellt werden.
  • Obwohl die vorliegende Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele vorstehend beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige Weise modifizierbar.

Claims (19)

  1. Verfahren zur Regelung der Fahrdynamik eines Kraftfahrzeuges durch Einwirken auf das Bremssystem bei Touchierkollisionen mit folgenden Schritten: Erfassen eines plötzlichen Herausdrehens des Kraftfahrzeuges (1) aus der ursprünglichen Fahrtrichtung bei Touchierkollisionen durch Detektieren der Querbeschleunigung des Kraftfahrzeuges (1) mittels mindestens einer Sensoreinrichtung (2, 3) und Analysieren der Querbeschleunigungsdaten durch ein Steuergerät (6); und Aktivieren von geeigneten Bremsaktivitäten an den einzelnen Rädern (7) des Kraftfahrzeuges (1) zum näherungsweisen Wiederherstellen der ursprünglichen Fahrtrichtung durch das Steuergerät (6).
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Aktivieren der Bremsaktivitäten in mehrere über vorbestimmte Zeitspannen ablaufende Phasen entsprechend dem gewöhnlichen Fahrverhalten eines Fahrers des Kraftfahrzeuges (1) in den vorbestimmten Zeitspannen unterteilt wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Aktivieren der Bremsaktivitäten in drei Phasen durch das Steuergerät (6) unterteilt wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten Phase über eine erste Zeitspanne, beispielsweise 0,5 Sekunden, eine lenkfreie Phase durch das Steuergerät (6) vorausgesetzt wird, wobei geeignete Bremsaktivitäten unter Berücksichtigung dieser Annahme während der ersten Zeitspanne aktiviert werden.
  5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass in der zweiten Phase über eine zweite Zeitspanne, beispielsweise 1,5 Sekunden, eine Phase durch das Steuergerät (6) vorausgesetzt wird, in welcher der Fahrer das Lenkrad in die ursprüngliche Fahrtrichtung zu drehen versucht, wobei geeignete Bremsaktivitäten zum Unterstützen dieser angenommenen Aktivität während der zweiten Zeitspanne aktiviert werden.
  6. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in der dritten Phase über eine dritte Zeitspanne, vorzugsweise bis zur Wiedereinnahme der stabilen, ursprünglichen Fahrtrichtung, Bremsaktivitäten durch das Steuergerät (6) aktiviert werden, welche die tatsächlichen Lenkbewegungen des Fahrers unterstützen.
  7. Verfahren nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vor dem plötzlichen Herausdrehen des Kraftfahrzeuges (1) vorherrschende ursprüngliche Fahrtrichtung mittels einer Speichereinrichtung (8) gespeichert wird.
  8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten Phase aus den in der Speichereinrichtung (8) gespeicherten Daten Regelerfordernisse für die entsprechenden Bremsaktivitäten gewonnen werden.
  9. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten Phase durch das Steuergerät (6) Bremsaktivitäten derart aktiviert werden, dass ein Richtungszwischenwinkel eingeschlagen wird, der vorzugsweise zwischen dem Winkel der ursprünglichen Fahrtrichtung und dem Richtungswinkel nach dem plötzlichen Herausdrehen des Kraftfahrzeuges (1) liegt.
  10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass für die Bestimmung der Größe des Zwischenwinkels fahrdynamische Betriebsparameter, beispielsweise konstruktive Daten des Fahrzeugs, wie beispielsweise Schwerpunkthöhe, Achslastverteilung, Reifeneigenschaften, etc., oder Zuladung, Reibbeiwerte zwischen Reifen und Fahrbahn, oder Gierdifferenzgeschwindigkeit vor und nach dem Herausdrehen sowie weitere Fahrdaten, wie beispielsweise Bremsverzögerung bzw. -beschleunigung, Querbeschleunigung, Fahrgeschwindigkeit, usw., berücksichtigt werden.
  11. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass in der zweiten Phase die Lenkgeschwindigkeit und/oder deren zeitliche Ableitung berücksichtigt werden, um die von dem Fahrer geplante Lenkbewegung bestimmen und durch Aktivieren von geeigneten Bremsaktivitäten unterstützen zu können.
  12. System zur Durchführung des Verfahrens nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 11 mit: mindestens einer Sensoreinrichtung (2, 3) zum Detektieren der Querbeschleunigung des Kraftfahrzeuges (1); und mit einem Steuergerät (6), welches mit der wenigstens einen Sensoreinrichtung (2, 3) zum Empfangen und Analysieren der erfassten Querbeschleunigungsdaten zum Erfassen eines plötzlichen Herausdrehens des Kraftfahrzeuges (1) aus der ursprünglichen Fahrtrichtung bei Touchierkollisionen verbunden ist wobei das Steuergerät (6) geeignete Bremsaktivitäten an den einzelnen Rädern des Kraftfahrzeuges (1) zum näherungsweisen Wiederherstellen der ursprünglichen Fahrtrichtung aktiviert.
  13. System nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Sensoreinrichtung (2) als im vorderen Bereich des Kraftfahrzeuges (1) montierbarer erster Querbeschleunigungssensor (2) ausgebildet ist.
  14. System nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass als zusätzliche zweite Sensoreinrichtung (3) ein Querbeschleunigungssensor (3) im hinteren Bereich des Kraftfahrzeuges (1) vorgesehen ist, wobei der Querbeschleunigungssensor eines etwaigen ESP-Systems verwendbar ist, und wobei der erste und der zweite Querbeschleunigungssensor (2, 3) zusammen durch das Steuergerät (6) auswertbar sind.
  15. System nach wenigstens einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Speichereinrichtung (8) zum Speichern der vor dem plötzlichen Herausdrehen des Kraftfahrzeuges (1) vorherrschenden ursprünglichen Fahrtrichtung vorgesehen ist.
  16. System nach wenigstens einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (6) ein Steuerprogramm aufweist, welches entsprechend den Charakteristiken eines Fahrzeugtyps, wie beispielsweise Achslastverteilung, Trägheitsmomente, Schwerpunkthöhe, Federung, Dämpfung, etc. programmierbar ist.
  17. System nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerprogramm die Knickstabilisierung bei Gespannen und/oder Sattelschleppern berücksichtigt.
  18. Verfahren und/oder System nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (6) an Radfedereinrichtungen hervorgerufene Federwege und/oder gegebenenfalls auftretende Drehbewegungen um die Quer- und/oder Längsachse des Kraftfahrzeuges (1) erfasst und bei der Durchführung der Bremsaktivitäten berücksichtigt.
  19. Verfahren und/oder System nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass zur Durchführung der Bremsaktivitäten eine aufgrund der Touchierkollision unter Umständen verursachte Anregung von Quer- und/oder Längsschwingungen des Kraftfahrzeuges (1) berücksichtigt wird.
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