Last Tarvo V2: Infos und Preise
Herzstück des ersten Tarvo – hier gehts zum Last Tarvo 2020 Test – war bei Last aus Dortmund bereits ein in Deutschland gefertigter und sowohl bemerkenswert leichter (unser Testbike hatten wir mit knapp unter 13 kg gewogen) als auch bemerkenswert ansehnlicher Carbon-Rahmen. Die gute Nachricht: Dem ist man auch beim Tarvo V2 treu geblieben. Der neue nackte Rahmen soll in der kleinsten Größe lediglich 2.100 Gramm auf die Waage bringen. Das ist wahrlich nicht viel für ein kompromissloses Enduro.
Umgekehrt proportional zum Gewicht verhält es sich beim neuen Tarvo mit seinem Preis: Während der erste Tarvo-Rahmen ohne (Trunnion-)Dämpfer zur Einführung für 3.999 € angeboten wurde, verlangt Last nun 4.399 € für den neuen Rahmen. Diesen Preis hat Last aber seit einiger Zeit schon für das Tarvo aufgerufen. Framesets mit Dämpfer gibt es ab 4.968 € und für ein Komplettbike müsstet ihr den Dortmundern mindestens 6.869 € überweisen. Dafür gibt es Lasts High-end-Carbonrahmen V2 mit neuem Layup und unlackiert, mit UV-stabilisierter Epoxy-Matrix. Wer sich das Ruhrpott-Enduro aus uns unerfindlichen Gründen dennoch liebevoll und von kundiger Hand farbig lackiert wünscht, muss hierfür weitere 399-599 € – sowie 90 Gramm Gewicht – hinzurechnen.
- Rahmenmaterial Carbon
- Federweg 170/180 mm (vorn) / 160 mm (hinten)
- Laufradgröße 29“ (Mullet-Umbau möglich)
- Besonderheiten leichter Rahmen made in Germany, magnetisch gehaltener Staufachdeckel
- Gewicht 2.100 g (Rahmen ohne Dämpfer, Herstellerangabe)
- maximale Zuladung 120 kg
- Farben Raw-Carbon, Farbe nach Kundenwunsch gegen Aufpreis
- Rahmengrößen 165 / 175 / 185 / 195
- Verfügbar ab sofort
- www.last-bikes.com
Preis Bike Rahmen ohne Dämpfer: 4.399 € (UVP)
Preis Bike Rahmenset m. Dämpfer: ab 4.968 € (UVP)
Preis Bike komplett: ab 6.869 € (UVP)
Schlau von Last, userfreundlich für euch: Allein durch den Tausch der Umlenkhebel (und der Gabel, entsprechend) lässt sich das neue Tarvo in das All Mountain Cinto, in das Trail-Bike Asco oder gar das Down Country-Bike Celos umbauen. Umgekehrt funktioniert das auch – sofern man einen Rahmen im Super-Duty Layup sein eigen nennt: Das Featherlight Layup ist nur für Federwege bis 150 mm zugelassen. Das Prinzip „einer für alles“ strafft Fertigungsprozesse und bietet Kundinnen und Kunden viel Freiheit, ihr Last-Bike nach Geschmack für verschiedene Vorlieben und Anwendungen umzubauen. Die Last Hinterbauten sind für alle aktuellen Bikes identisch, machen also den Wechsel zwischen Down Country bis Enduro klaglos mit.
Zertifiziert ist auch das neue Last Tarvo V2 für ASTM-Kategorie 5. Last gibt 6 Jahre Garantie (bisher 5 Jahre) auf den Rahmen und bietet auch weiterhin das bereits bekannte Crash-Replacement. Das Bike besitzt nun eine Freigabe für Gabeln bis 180 mm Federweg, kann als Mullet und dann mit bis zu 170 mm Federweg am Heck umgebaut werden und verfügt, wie sein Vorgänger, über ein magnetisch verschlossenes Staufach im Unterrohr. Limitiert ist das edle Enduro auf 100 Stück pro Jahr. Kein Wunder, wenn man die Gesamtzahl der produzierbaren Rahmen zwischen vier Modellen aufteilen muss.
Geometrie
In der Geometrie hat sich, verglichen mit dem ersten Tarvo, so wenig getan, dass wir vermuten dürfen, Last hätten für das Tarvo V2 lediglich noch einmal neue Daten aus ihren Konstruktionsprogrammen extrahiert. In der Geometrietabelle des Last Tarvo V2 hinzugekommen sind natürlich die Daten für das Tarvo V2 mit einer 180-mm-Federgabel. Diese Option war beim ersten Tarvo noch nicht vorgesehen.
Unverändert zum Tarvo 2020 ist die Option, das Enduro-Bike mit einem kleineren 27,5-Zoll Hinterrad als Mullet zu fahren. Gönnt man sich hierzu noch den Last MX-Rocker, wächst der mögliche Federweg am kleineren Hinterrad um 10 Milimeter auf 170 mm an: Das Last Tarvo brilliert als Spielwiese für Leute mit dezidierten Ansprüchen – und üppigem Budget.
Der überarbeitete Hinterbau des Tarvo V2 kann mit einer Progression von 37 % über den gesamten Federweg aufwarten, 23 % sind es vom Sag bis Endpunkt noch, was auch das neue Tarvo für Luft- als auch für Coil-Dämpfer qualifiziert. Hier liefert Last uns den Hinweis, man habe eine neue Methode zur Berechnung dieser Werte gefunden. Nach der alten Berechnungsmethode – und damit konsistent zu den Angaben des ersten Tarvo – wären die neuen Progressionswerte 55 % bzw. 34 %.
Der Anti-Squat beschreibt die Treteffizienz eines Bikes. Wir hatten euch das kürzlich mal in unserem großen, nerdigen Anti-Squat-Artikel aufgedröselt. Stark verkürzt: Der Wert berechnet sich aus der Kinematik des Bikes – und der Schwerpunkthöhe des Fahrers. Für einen größenspezifisch optimalen Anti-Squat passen Last für jede Rahmengröße – und die dabei zu erwartende Schwerpunkthöhe des Fahrers oder der Fahrerin – die Lage der Drehpunkte an.
Rahmengröße |
165
|
175
|
185
|
195
|
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Laufradgröße | 29″ | 29″ | 29″ | 29″ |
Reach | 429 mm427 mm | 454 mm449 mm | 485 mm480 mm | 518 mm514 mm |
Stack | 622 mm620 mm | 631 mm634 mm | 640 mm643 mm | 649 mm652 mm |
STR | 1,451,45 | 1,391,41 | 1,321,34 | 1,251,27 |
Lenkwinkel | 64°63,6° | 64°63,6° | 64°63,6° | 64°63,6° |
Sitzwinkel, effektiv | 76,5°76,1° | 76°75,6° | 76,2°75,8° | 76,4°76° |
Sitzwinkel, real | 67,8°69,3° | 69,2°68,7° | 70,8°70,4° | 72,3°72° |
Oberrohr (horiz.) | 580 mm581 mm | 611 mm612 mm | 642 mm643 mm | 675 mm677 mm |
Steuerrohr | 95 mm | 110 mm | 120 mm | 130 mm |
Sitzrohr | 385 mm | 415 mm | 455 mm | 510 mm |
Überstandshöhe | 732 mm735 mm | 730 mm733 mm | 734 mm737 mm | 738 mm741 mm |
Kettenstreben | 432 mm | 432 mm | 438 mm | 444 mm |
Radstand | 1.198 mm1.202 mm | 1.227 mm1.231 mm | 1.268 mm1.272 mm | 1.312 mm1.317 mm |
Tretlagerabsenkung | 27 mm24 mm | 27 mm24 mm | 27 mm24 mm | 27 mm24 mm |
Einbauhöhe Gabel | 582 mm592 mm | 582 mm592 mm | 582 mm592 mm | 582 mm592 mm |
Gabel-Offset | 42 mm | 42 mm | 42 mm | 42 mm |
Federweg (hinten) | 160 mm | 160 mm | 160 mm | 160 mm |
Federweg (vorn) | 170 mm180 mm | 170 mm180 mm | 170 mm180 mm | 170 mm180 mm |
Ausstattung
Hier sind wir schnell fertig: Das Last Tarvo gibt es auch als Komplettbike. Dieses könnt ihr euch im Konfigurator auf der Last-Website nach eurem Gusto aus sehr verschiedenen, breiten Möglichkeiten zusammenstellen. Dafür werden dann mindestens 6.869 € fällig – ein kurzer Selbstversuch zeigt: Preise oberhalb von 13.000 € sind für eine Maximalausstattung durchaus erreichbar.
Was den schönen und in Deutschland gefertigten Carbonrahmen betrifft, hat Last hier die bewährten Aspekte des ersten Tarvo weitestgehend übernommen: Ein magnetisch verschlossenes Staufach im Unterrohr bietet Platz für Werkzeug, Ersatzteile oder Proviant. Auch beim neuen Tarvo setzt Last auf ein UDH-Schaltauge, die Tretlager werden nach BSA-Standard in ihr hermetisch geschlossenes Gehäuse eingeschraubt. Für frustfreie interne Verlegung von Zügen und Kabeln sind in den Rahmen des neuen Tarvo Liner einlaminiert, die ein einfaches Durchfädeln sicherstellen sollen.
Verantwortung und Nachhaltigkeit
Wir erlauben uns hier, die Last-Presseinformation im Wortlaut wiederzugeben:
Gute Bedingungen hinsichtlich des Umwelt- und Arbeitsschutzes sind uns besonders wichtig – sei es vor Ort in Dortmund oder bei unseren Partnern und Lieferanten. Daher legen wir großen Wert darauf, dass unsere Lieferanten aus freiheitlich demokratischen Ländern kommen und die Wertschöpfungskette nachvollziehbar und transparent ist. Die Carbonfasern kommen aus Japan und werden in Italien zu Prepregs weiterverarbeitet. Das Laminieren der Rahmen und das Fräsen der Aluminiumteile erfolgt in Deutschland. Die Staufachtaschen werden in Portugal genäht. Final werden alle Einzelteile bei uns in Dortmund geprüft, montiert und auf Wunsch zum Komplettrad aufgebaut. Wir arbeiten zu 100 % mit Ökostrom (Naturstrom). Verpackungs- und Polstermaterial sowie Kartonagen werden wiederverwendet, wo es möglich ist. Darüber hinaus versuchen wir möglichst regional zu agieren und unnötige Transportwege zu vermeiden.
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186 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumWie schafft man sowas?
Autsch....hoffentlich nicht weh getan? Kann blöd ausgehen.
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